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11.06.2012

13:32 Uhr

BSN-Medical

„Leukoplast“-Hersteller wird verkauft

Der „Leukoplast“-Hersteller BSN Medical geht an den Finanzinvestor EQT. Für den Medizinprodukte-Hersteller muss die schwedische Beteiligungsgesellschaft rund 1,8 Milliarden Euro zahlen.

Das ehemalige Gemeinschaftsunternehmen von Beiersdorf und Smith & Nephew wird erneut verkauft. Reuters

Das ehemalige Gemeinschaftsunternehmen von Beiersdorf und Smith & Nephew wird erneut verkauft.

FrankfurtDer "Leukoplast"-Hersteller BSN Medical bekommt den nächsten Finanzinvestor als Eigentümer. Die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT zahlt rund 1,8 Milliarden Euro für den Hamburger Medizinprodukte-Hersteller an die britische Montagu. So tief hat ein Private-Equity-Unternehmen seit mehr als zwei Jahren nicht mehr für ein deutsches Unternehmen in die Tasche gegriffen.

Damals zahlte EQT rund 2,3 Milliarden Euro für den Wissenschaftsverlag Springer Science. Zuletzt hatte die Branche Probleme, große Summen Fremdkapital für Übernahmen von den Banken zu erhalten. Firmen wie BSN sind aber begehrt, weil sie ihren Eignern verlässliche, konjunkturunabhängige Einnahmen versprechen. EQT finanziert den Kauf Finanzkreisen zufolge jeweils zur Hälfte mit Eigenmitteln und Krediten.

EQT kündigte an, BSN medical durch Zukäufe auszubauen und in neue Märkte zu expandieren. "Neben der Stärkung der Position in bestehenden Kernmärkten und zentralen Produktbereichen liegt weiterhin enormes Potenzial im Eintritt in neue geographische Märkte, insbesondere in Asien und Südamerika", sagte EQT-Partner Marcus Brennecke, der die Übernahme ausgehandelt hatte.

BSN Medical war 2001 als Gemeinschaftsunternehmen von Beiersdorf und Smith & Nephew entstanden und 2005 für mehr als eine Milliarde Euro an den Finanzinvestor Montagu verkauft worden. Dieser hatte zu Jahresbeginn einen neuen Anlauf zum Verkauf von BSN Medical gestartet, nachdem Börsenpläne 2010 an der schwelenden Finanzkrise gescheitert waren.

Mit rund 4000 Mitarbeitern weltweit setzte der Hersteller von Verbandmaterial, Gipsverbänden, Kompressen, Bandagen und Kompressionsstrümpfen zuletzt 665 Millionen Euro um. Die Rechte an der Heftpflaster-Marke "Hansaplast" teilt sich BSN mit dem ehemaligen deutschen Mutterkonzern. Den Klinikbedarf deckt BSN, das Handelsgeschäft ist Sache von Beiersdorf.

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