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04.07.2014

11:45 Uhr

Bundeskartellamt

Alstom muss Millionenbuße zahlen

Alstom wird vorgeworfen, wettbewerbswidrige Absprachen für Dienstleistungen in Kraftwerken getroffen zu haben. Dafür hat das Bundeskartellamt eine Geldbuße von knapp zwei Millionen verhängt.

Alstom muss eine Millionenbuße hinnehmen. Die Verantwortlichen seien inzwischen nicht mehr bei Alstom beschäftigt. AFP

Alstom muss eine Millionenbuße hinnehmen. Die Verantwortlichen seien inzwischen nicht mehr bei Alstom beschäftigt.

BonnDas Bundeskartellamt hat eine Geldbuße von 1,89 Millionen Euro gegen den französischen Konzern Alstom wegen wettbewerbswidriger Absprachen für Dienstleistungen in Kraftwerken verhängt. Die Alstom Power Energy Recovery GmbH habe sich mit dem Konkurrenten Balcke-Dürr mit Sitz in Ratingen abgesprochen, teilte die Behörde am Freitag mit.

Das jeweils andere Unternehmen habe ein überhöhtes Angebot abgegeben, um dem Konkurrenten den Zuschlag zu sichern. Auf diese Weise sollten Serviceaufträge für Wärmetauscher-Heizflächen jeweils an die Firma gehen, die auch den Wärmetauscher eingebaut hatte. Regenerative Wärmetauscher erhöhen den Wirkungsgrad eines Kraftwerkes.

Was GE mit Alstom vorhat

Das GE-Gebot

Der US-Industriekonzern bewertet das Alstom-Energie- und Netzgeschäft mit 12,35 Milliarden Euro. Doch anders als ursprünglich geplant werden die gewünschten Teile nicht komplett bei General Electric landen – teilweise wird es auch Joint-Ventures geben.

Staatsbeteiligung

Die französische Regierung steigt parallel zum GE-Angebot bei Alstom ein. Der Staat übernimmt 20 Prozent, die zuvor dem Konzern Bouygues gehalten hat. Laut Vereinbarung kann Paris binnen 20 Monaten nach Abschluss der geplanten Operationen bis zu 20 Prozent der Alstom-Anteile von Bouygues oder am Markt erwerben. Kauft die Regierung direkt bei Bouygues, sind der Marktwert oder mindestens 35 Euro pro Aktie fällig. Gleichzeitig räumt Bouygues der Regierung bereits mit Abschluss der geplanten Kooperation 20 Prozent der Stimmrechte bei Alstom ein.

Was bei Alstom verbleibt

Zu 100 Prozent behält Alstom das Bahngeschäft. Die Sparte baut etwa Nahverkehrszüge, aber auch den Schnellzug TGV. Die Sparte macht jährlich 6,2 Milliarden Euro Umsatz und zählt 28.200 Mitarbeiter.

Es wird eine globale Kooperation im Vertrieb mit GE geben und einen gemeinsamen Einkauf. In einzelnen Ländern wird Alstom GE-Diesellokomotiven fertigen.

Das Gegengeschäft

Alstom übernimmt im Zuge der Transaktion das Geschäft mit Signaltechnik von General Electric und stärkt damit das Eisenbahngeschäft. Die Sparte erzielt jährlich einen Umsatz von 400 Millionen Euro und beschäftigt etwa 1200 Mitarbeiter.

Was komplett an GE geht

Die Amerikaner integrieren die – auch bei Siemens heiß begehrten – Gasturbinen, die in effizienten Kraftwerken zum Einsatz kommen.

Was GE in Joint-Venture einbringt

Mit der komplexen Transaktion entstehen drei Joint-Venture (jeweils 50% Alstom und 50% GE):
- Netztechnik (bestehend aus den Segmenten „Alstom Grid“ und „GE Digital Energy“)
- Erneuerbare (bestehend aus Wasserkraftwerktechnik und Offshore-Windkraft)
- Nukleartechnik (weltweit) und Dampfturbinen (Frankreich-Geschäft)

Balcke-Dürr sei im Rahmen der Bonusregelung nach einem Kronzeugenantrag von einer Buße verschont geblieben, hieß es weiter. Ein Alstom-Sprecher betonte, das Unternehmen habe eng mit dem Bundeskartellamt zusammengearbeitet.

Die Verantwortlichen seien inzwischen nicht mehr bei Alstom beschäftigt. Auch die Staatsanwaltschaft Mannheim hat sich inzwischen eingeschaltet. Ein Sprecher der Anklagebehörde bestätigte, dass gegen acht an der Absprache Beteiligten bei beiden Firmen wegen Verdachts auf Betrugs bei Ausschreibungen ermittelt werde.

Von

dpa

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