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07.01.2008

12:42 Uhr

Cabriohersteller

Karmann streicht schon im Januar 580 Stellen

Der unter wegbrechenden Aufträgen leidende Autozulieferer Karmann will noch im Januar 580 Stellen an seinem Stammsitz in Osnabrück streichen. Viele Mitarbeiter dort müssen mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen. Doch das ist noch nicht alles.

Die Produktion des US-Sportwagens Chrysler Crossfire bei Karmann in Osnabrück ist ausgelaufen. Foto: Karmann

Die Produktion des US-Sportwagens Chrysler Crossfire bei Karmann in Osnabrück ist ausgelaufen. Foto: Karmann

HB OSNABRÜCK. Der Cabriohersteller Karmann will am Stammsitz Osnabrück noch im Januar die ersten 500 Kündigungen verschicken, die durch den Verlust von Produktionsaufträgen notwendig geworden sind. "Der Abbau der dann noch verbleibenden 290 Planstellen wird im Herbst 2008 stattfinden", erklärte Firmensprecher Christian Eick am Montag.

Eine Transfergesellschaft solle den gekündigten Mitarbeitern den Übergang in ein neues Beschäftigungsverhältnis erleichtern, sagte Eick. Das sei in einem Sozialplan mit dem Betriebsrat vereinbart worden. Am ebenfalls von Stellenverlusten betroffenen Werk Rheine laufen laut Eick die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern noch. Insgesamt will Karmann in Osnabrück und in Rheine 1 770 seiner 5 000 Stellen in Deutschland streichen. In Rheine sollen nur noch 100 von 1000 Stellen übrigbleiben. Dort werden künftig nur noch Cabriodächer gebaut.

Bei Karmann lief die Produktion eines Chrysler -Cabrios aus, im Herbst 2008 endet in Rheine außerdem die Auftragsherstellung des Audi A4 Cabrios. Für beide Modelle fehlen Folgeaufträge. Am Stammsitz Osnabrück muss nach Firmenangaben außerdem bis Juli 2008 ein Folgeauftrag für das Mercedes CLK Cabrio her. Ansonsten droht hier das Aus für den Gesamtfahrzeugbau und ein noch höherer Stellenabbau von 600 bis 700 zusätzlichen Arbeitsplätzen, wie Karmann schon früher erklärt hatte.

Die Karmann -Unternehmensgruppe beschäftigt bisher rund 7 000 Mitarbeiter an weltweit sechs Standorten und erzielte 2006 einen Umsatz von rund 1,9 Mrd. Euro. Karmann baut im Auftrag von Fahrzeugherstellern Cabrios, bietet aber auch fertige Dachsysteme an. Die Dachfertigung ist von der Krise nicht betroffen. Zuletzt hatte sich Karmann Hoffnungen auf den Bau der Geländeversion des Mini gemacht, die Mini-Mutter BMW dann aber zu Magna Steyr in Graz vergab.

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