Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2010

21:15 Uhr

Cadbury-Übernahme

Kraft müsste Geschäftsteile abgeben

Die EU-Kommison hat am Mittwoch eine Übernahme Cadburys durch den US-Konzern Kraft Foods gebilligt, bindet die Zustimmung jedoch an einige Auflagen. So muss der Lebensmittelhersteller im Erfolgsfall Geschäftszweige in Osteuropa aufgeben. Doch noch ist es lange nicht so weit.

Objekt der Begierde: Kraft will Cadbury schlucken - und dürfte dies auch. Quelle: Reuters

Objekt der Begierde: Kraft will Cadbury schlucken - und dürfte dies auch.

HB BRÜSSEL. Der US-Lebensmittelkonzern Kraft Foods müsste im Fall einer Übernahme des britischen Schokoladenherstellers Cadbury Teile des Geschäfts verkaufen. Die EU-Kommission billigte am Mittwoch nach einer Wettbewerbsprüfung den geplanten Einstieg nur unter Auflagen. Um nicht zu mächtig zu werden, müsste nach Entscheidung der Brüsseler Wettbewerbshüter Cadburys polnische und rumänische Schokosparte veräußert werden. Nur so gebe es keine Nachteile für die Verbraucher in Europa, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.

Ob die Übernahme aber überhaupt zustande kommt, ist offen. Der Süßwarenhersteller Cadbury lehnt das Kraft-Angebot als zu niedrig ab. Kraft mit den Marken Milka-Schokolade, Philadelphia-Käse und Jacobs- Kaffee wirbt seit Monaten aggressiv um das Schokoladenunternehmen und bietet rund 11 Milliarden Euro.

Gemeinsam kämen Kraft und Cadbury auf einen Umsatz von 50 Milliarden Euro und würden damit näher an den Weltmarktführer bei Lebensmitteln, Nestlé, heranrücken. Als Interessenten für Cadbury gelten aber auch der US-Süßwarenhersteller Hershey und der italienische Ferrero-Konzern.

Um die Übernahme stemmen zu können, verkauft Kraft sein Geschäft mit Tiefkühlpizzen an Nestlé. Auch in den eigenen Reihen formiert sich Widerstand. Der Hauptaktionär von Kraft, Berkshire Hathaway mit Investorenlegende Warren Buffett an seiner Spitze, sprach sich gegen die zur Finanzierung nötige Ausgabe neuer Aktien aus. Kraft werde letztlich zu viel zahlen müssen, lautet die Befürchtung. Die endgültigen Details des Übernahmeangebots will Kraft bis zum 19. Januar veröffentlichen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×