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25.07.2011

14:41 Uhr

Calgon-Hersteller

Reckitt Benckiser legt weiter zu

Der Umsatz des britischen Konzerns Reckitt Benckiser ist im zweiten Quartal auf 2,6 Milliarden Euro gestiegen. Das Unternehmen profitierte von der Übernahme des Durex-Herstellers.

Produkte von Reckitt Benckiser. Quelle: Reuters

Produkte von Reckitt Benckiser.

LondonTrotz der Zurückhaltung der Verbraucher kommt der britische Konsumgüterhersteller Reckitt Benckiser gut über die Runden. Dank der Übernahme des Durex-Kondome-Herstellers SSL und einer starken Entwicklung der Pharmasparte verzeichnete der Henkel-Konkurrent im zweiten Quartal einen Umsatz- und Gewinnsprung. Vor allem der gute Absatz einer neuer Version der Heroin-Ersatzdroge Suboxone kurbelte die Ergebnisse an. Reckitt rechnet deswegen damit, die hohen Rohstoffkosten zu verdauen und die Ziele fürs Gesamtjahr zu erreichen. Demnach peilt der Konzern ein Umsatzplus von zwölf Prozent sowie einen Gewinnzuwachs von zehn Prozent an.

Das Pharmageschäft wird für Reckitt immer wichtiger, es steht bereits für ein Fünftel des Konzerngewinns. Einige Analysten rechnen damit, dass die Briten die Sparte im kommenden Jahr verkaufen oder auslagern. Der scheidende Reckitt-Chef Bart Becht wollte sich dazu am Montag nicht äußern. Im zweiten Quartal stieg der Gewinn bereinigt um zehn Prozent auf 418 Millionen Pfund (474 Millionen Euro). Der Umsatz legte währungsbereinigt um 16 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu. Analysten gab zu denken, dass die Erlöse ohne die Pharmasparte lediglich um drei Prozent wuchsen.

„Die beiden Sorgenkinder sind wohl auch weiterhin das niedrige Wachstum in den Industrieländern und die allgemeinen Risiken im Pharmageschäft“, sagte Analyst Graham Jones von Panmure Gordon. Vor allem auf dem Heimatmarkt macht dem Konzern die schlechte Verbraucherstimmung zu schaffen. Angesichts der schwierigen Situation in Europa setzt Reckitt immer mehr auf die wachstumsstarken Schwellenländer. Wegen der gestiegenen Beschaffungskosten für Plastik, Erdöl, Kautschuk oder Palmöl hat der Konzern zudem einen Sparkurs eingeschlagen, der die Geschäftsprognose absichern soll.

Die gute Entwicklung in der ersten Jahreshälfte kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Hersteller von Reinigungsmitteln der Marke Cillit Bang und Schmerzpillen unter besonderer Beobachtung steht. Der im April angekündigte Weggang der Firmenikone Becht verschreckte zahlreiche Anleger. Viele fürchten, dass Reckitt unter der Führung von Rakesh Kapoor ab September den Erfolgskurs nicht halten kann. Dabei steht der Konzern, der in Deutschland unter anderem das Geschirrspülmittel Calgonit, den Wasserenthärter Calgon sowie Kukident- Zahnpflegeprodukte produziert, vor mehreren Hürden. Zunächst muss die zugekaufte SSL mit Scholl-Sandalen vollends integriert werden. Zudem ist die Zukunft der Ersatzdroge Suboxone ungewiss.

Erst in den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob sich Reckitt der immer schärfer werdenden Konkurrenz durch Procter & Gamble und Unilever erwehren kann. Zuletzt rankten sich Übernahmespekulationen um die Firma. Am Montag gaben die Papiere bis zum Mittag in London leicht nach. Rivale Unilever gibt am 4. August Einblick ins abgelaufene Quartal, Procter & Gamble folgt einen Tag später und Henkel dann am 10. August.

Von

rtr

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