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22.01.2017

13:28 Uhr

Caravan und Camping

Wohnmobil-Hersteller werben um die Rentner von morgen

Die Wohnmobil-Branche erlebt einen Imagewandel – und zeigt sich beim Branchentreff in luxuriöser Designeroptik. Caravaning weckt nicht nur deswegen immer mehr das Interesse der jungen Kunden.

Das ausgefallene Wohnmobil „Wacken Vantana“ des Herstellers Hobby, steht in einer der Messehallen auf der Messe in Stuttgart. Der Wagen wurde von Auszubildenden des Herstellers als Heavy-Metal-Festival-Taugliches Fahrzeug umgebaut. dpa

Messe „Caravan Motor Touristik“

Das ausgefallene Wohnmobil „Wacken Vantana“ des Herstellers Hobby, steht in einer der Messehallen auf der Messe in Stuttgart. Der Wagen wurde von Auszubildenden des Herstellers als Heavy-Metal-Festival-Taugliches Fahrzeug umgebaut.

Stuttgart Als Tempomacher sind Wohnmobile nicht bekannt. Auf Autobahn und Bundesstraßen zischen Autos gewöhnlich an den Großgefährten vorbei. Beim Blick auf Verkaufszahlen sind Wohnmobile hierzulande hingegen auf der Überholspur. Der Hersteller-Umsatz zog 2016 um fast ein Fünftel an auf 3,94 Milliarden Euro, die Zulassungszahl der Reisemobile in Deutschland stieg gar um knapp ein Viertel auf 35.000, wie der Branchenverband CIVD mitteilte. „Caravaning liegt im Trend“, jubelt die Branche.

Entsprechend gut gelaunt präsentierten sich Wohnmobil-Anbieter bei der Stuttgarter Messe CMT, der „Caravan Motor Touristik“, die noch bis Sonntag (22. Januar) dauert. „Die Geschäfte laufen sehr zufriedenstellend“, sagt Bernhard Kibler, Geschäftsführer des Herstellers Hymer. Im laufenden Geschäftsjahr will die Firma 10.500 Fahrzeuge verkaufen, rund 20 Prozent mehr als zuvor. Seit 2009 habe man den Absatz verdoppelt, sagt Kibler.

Die Firma Carthago bezeichnet den Verlauf ihrer Geschäfte ebenfalls als sehr gut. „Die Produktionskapazitäten von Carthago sind für die laufende Saison nahezu ausgeschöpft“, sagt Marketingchefin Alexandra Naleppa. Der hochpreisige Anbieter hat sich seit 2010 auf zuletzt etwa 5000 produzierte Fahrzeuge pro Jahr verdoppelt.

Woran liegt das rasante Wachstum? Zunächst einmal am tiefen Fall in der Finanzkrise - damals brachen die Absatzzahlen ein, danach ging es dank der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland zügig bergauf. Ganz geheilt sind die Wunden aber noch nicht. Man komme „langsam wieder auf das Niveau von vor der Finanzkrise zurück“, sagt Naleppa.

Ein Sprecher des Herstellers Hobby verweist zudem auf Terrorismus in anderen Ländern. Dadurch mieden Urlauber gewisse Reiseziele und stiegen stattdessen ins Wohnmobil. Das Unternehmen vermeldet Zuwächse von etwa 20 Prozent.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Wüst

23.01.2017, 08:56 Uhr

Nach Erst-, Zweit-, Dritt- und Familien-Auto kommt also jetzt noch ein Wohnmobil pro Familie dazu.

Wo der Platz für diese ganzen Kisten herkommen soll, wird sehr bewußt verschwiegen. Für mich ist das Egoismus in Reinkultur.

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