Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.07.2012

20:25 Uhr

Carbonspezialist

SGL Group kippt Jahresprognose

Carbonfasern gelten als Werkstoff der Zukunft, aktuell sind sie aber kaum gefragt. Der SGL Group macht das seit längerem zu schaffen. Jetzt hat der Kohlenstoffspezialist seine Prognose gekippt.

Das Logo der SGL Group am Eingang des SGL Carbon-Werks in Meitingen (Schwaben). dpa

Das Logo der SGL Group am Eingang des SGL Carbon-Werks in Meitingen (Schwaben).

FrankfurtDer Grafitspezialist SGL Group hat wegen der schwachen Nachfrage nach Carbonfasern sein Gewinnziel für dieses Jahr kassiert. Der Wiesbadener Konzern erwartet für 2012 jetzt nur noch einen Betriebsgewinn (Ebit) auf Höhe des Vorjahres bei etwa 160 Millionen Euro, wie SGL am Montagabend überraschend mitteilte. Bislang hatte Konzernchef Robert Koehler für 2012 einen Anstieg des operativen Gewinns in Aussicht gestellt. Entgegen den Erwartungen habe sich das Ergebnis der Carbonfaser-Sparte CFC nicht wie erhofft im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten verbessert. Stattdessen sei erneut ein Betriebsverlust von rund acht Millionen Euro aufgelaufen.

Das im MDax gelistete Unternehmen stellt Grafitelektroden zur Stahlproduktion und Kathoden zur Aluminiumschmelze her. Darüber hinaus produziert SGL Spezialgrafite für die Solarbranche und die Halbleiterindustrie. Das Geschäft mit Carbonfasern für die unterschiedlichsten Industriezweige wie etwa die Autoindustrie, den Flugzeugbau und die Windenergiebranche gilt als Zukunftsbereich des Konzerns und ist stark projekt- und entwicklungsgetrieben. SGL arbeitet Faser-Geschäft für Autobauer unter anderem eng mit BMW zusammen. Der Konzern stellt auch carbonfaserverstärkte Rotorblätter für die Windenergiebranche her und liefert Flugzeugbauteile für Konzerne wie Boeing.

Das Rotorblatt-Geschäft für Windanlagenbauer hatte schon seit einiger Zeit eine Durststrecke durchlaufen. Darüber hinaus bekommt die Carbonfaser-Sparte momentan Verzögerungen bei zivilen und militärischen Luftfahrtprojekten zu spüren. Auch die Werksschließung eines wichtigen Kunden aus der Windenergieindustrie dämpft die Entwicklung. Generell sei die Nachfrage nach industriellen Carbonfasern schwach, erklärte das Management. SGL sieht derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich die Absatzmärkte verbessern. Daher rechnet SGL-Chef Koehler damit, dass die Sparte CFC in diesem Jahr sogar höhere Verluste schreiben wird als 2011. Bislang hatte das Management angepeilt, die Verluste zu reduzieren. Im zweiten Halbjahr soll dennoch das Spartenminus geringer ausfallen als in den ersten sechs Monaten.

Demgegenüber liefen die Geschäfte im Geschäft im Kathoden für die Aluminiumschmelze und Grafitelektroden für die Stahlindustrie, die die Sparte PP ausmachen, SGL zufolge wie erwartet. Auch das Geschäft mit Spezialgrafiten, das im Bereich GMS angesiedelt ist, entwickele sich nach Plan. Der Konzern will seinen Zwischenbericht für die ersten sechs Monate am 9. August veröffentlichen.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Numachschon

30.07.2012, 21:03 Uhr

Nach dem Hochjubeln vor ein paar Tagen konnte man sich sowas schon denken... ist halt noch viel zu teuer der Kram, so dass das nicht in die Serie geht. Und brennen tut es auch noch leichter als Blech, zu dumm! :-(

Account gelöscht!

30.07.2012, 22:55 Uhr


... ist trotzdem egal; eine vernünftige Technologie, die sich durchsetzen wird. Kursrückgänge sind Kaufkurse; antizyklisch - oder wie war das ;-))

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×