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04.02.2014

16:38 Uhr

Carsharing

Car2go ködert Langstreckenfahrer

VonLukas Bay

Daimlers Carsharing-Tochter „Car2go“ nimmt nun auch die B-Klasse in die Flotte auf und will so die Langstreckenfahrer gewinnen. „Car2go black“ soll sogar günstiger sein als mancher Mietwagen.

Black is back: Die B-Klasse wird in die Flotte von „Car2go“ integriert. PR

Black is back: Die B-Klasse wird in die Flotte von „Car2go“ integriert.

DüsseldorfMit „Car2go“ ist Daimler zwar der Marktführer unter den flexiblen Carsharing-Anbietern in Deutschland, doch allzu viel Komfort konnten die Kunden in den kleinen Smarts bisher nicht erwarten. Das soll sich ändern. Mit „Car2go black“ will das Unternehmen künftig auch die B-Klasse in die Flotte aufnehmen - mit Ledersitzen, 7G-Tronic Automatikgetriebe, Navigationssystem und Klimaanlage. Rund 200 Fahrzeuge - natürlich schwarz lackiert - schickt Daimler bei einem Pilotprojekt in Berlin und Hamburg auf die Straße. Sie sollen das Carsharing zur echten Alternative zum Mietwagen machen

Die Buchung soll künftig ohne Voranmeldung direkt über das Smartphone möglich sein und auch das Auto kann direkt per Smartphone geöffnet werden. Pro Stunde kostet die Fahrt 9,90 Euro, ein Tag ist für 49 Euro zu haben - Versicherung und Benzin inklusive. Wer auf längeren Strecken unterwegs ist, muss ab dem 50. Kilometer 29 Cent pro Kilometer zahlen. Mit diesem Preis wird das neue Angebot von Daimler eine günstige Alternative zum Mietwagen. Im Fahrzeugsegment, in dem die B-Klasse unterwegs ist, sind bei kurzfristiger Anmietung über einen Autovermieter rund 100 Euro fällig - ohne Benzin.

FAQ Carsharing

Was ist Carsharing?

Carsharing bedeutet: Auto teilen. Das können Freunde, Familien und Nachbarn untereinander organisieren. In den meisten Städten und Regionen gibt es aber auch Firmen und Vereine, die diesen Dienst anbieten - zum Beispiel die Initiative nachbarschaftsauto.de. Wer dort Mitglied ist, kann sich quasi bei einem "Nachbarn" aus seinem Viertel stunden-, tage- oder wochenweise Autos ausleihen. Klassische Anbieter haben meist über das Stadtgebiet verteilt feste Stationen für die Autos. Eine Reihe neuer Anbieter hingegen erlaubt, die Autos überall in einem fest definierten Gebiet zu parken. Die meisten Anbieter haben Kleinwagen, Kombis und Lieferwagen, manchmal sogar Cabrios im Programm.

Für wen lohnt sich Carsharing?

Carsharing lohnt sich vor allem für Menschen, die in Städten wohnen und das Auto nicht täglich benötigen. Wer weniger als 7500 Kilometer im Jahr fährt, kann laut Stiftung Warentest mehr als tausend Euro sparen, wenn er auf den eigenen Wagen verzichtet. Denn schon die Fixkosten für einen eigenen Kleinwagen - neben der Anschaffung sind das Steuer, Versicherung, Reparaturen, Inspektionen und Pflege - können im Monat mehrere hundert Euro betragen. Diese fallen auch an, wenn der Wagen steht.

Wie komme ich an mein Auto?

Das Auto an einer Carsharing-Station buchen Nutzer per Internet, Telefon oder Smartphone - meist geht das rund um die Uhr. Die Autos lassen sich oft mit einer Chipkarte öffnen, manchmal sind die Autoschlüssel auch in einem Tresor an der Mietstation deponiert. Abgerechnet wird oft über die Chipkarte, teils minutengenau. Bei den flexiblen Systemen ist eine langfristige Buchung nicht möglich: Die Nutzer suchen per Internetseite oder Smartphone das nächste Auto, öffnen es per Chipkarte und fahren los. Meist lässt sich das Auto für eine Viertelstunde blockieren, bis der Nutzer es gefunden hat.

Worauf sollte ich bei Carsharing achten?

Um wirklich mobil zu sein, sollte die Buchungszentrale rund um die Uhr erreichbar sein. Wichtig ist zudem die Zahl der Standorte. Wer ein Auto ausleiht, sollte es auf Schäden untersuchen - diese müssen ins Bordbuch eingetragen sein. Wer sich mit Freunden, Bekannten oder Nachbarn ein Auto teilen möchte, kann sich Musterverträge unter anderem beim Verkehrsclub Deutschland besorgen.

Wie viel kostet das Autoteilen?

Die Tarifstrukturen der Anbieter sind unterschiedlich und daher schwer vergleichbar. Meist fällt eine Aufnahmegebühr an, teils ist eine Kaution fällig. Einige Anbieter haben monatliche Grundgebühren. Für das Ausleihen eines Autos fallen Zeit- und Entfernungspauschalen an, meist eine Gebühr pro Stunde, Tag oder Woche sowie ein Beitrag pro gefahrenem Kilometer. Manchmal sind Wochenenden günstiger, in anderen Fällen besonders teuer. Manche Anbieter unterscheiden auch nach Tageszeit. Bei den neuen flexiblen Anbietern zahlen Kunden meist pro Minute, unabhängig von den gefahrenen Kilometern.

Was ist mit Tanken, Pannen, Autoreparaturen und Versicherungen?

All das muss der Carsharing-Nutzer im Allgemeinen nicht beachten. Sind Inspektionen oder TÜV fällig, kümmert sich der Carsharing-Anbieter darum. Das gleiche gilt fürs Tanken. Sollte der Tank einmal leer sein, ist Tanken über eine Tankkarte bargeldlos möglich. Bei einer Panne mit einem ausgeliehenen Auto ist das Vorgehen je nach Anbieter unterschiedlich. Oft jedoch wird ein Ersatzauto gestellt. Die Autos sind in der Regel vollkaskoversichert. Bei einigen Anbietern muss ein Versicherungsschutz zusätzlich gebucht werden.

Einziger Nachteil: Die Fahrzeuge von „Car2go black“ können künftig nicht mehr überall im Geschäftsgebiet abgestellt werden, sondern nur auf speziell dafür reservierten Parkspots. Das nimmt zwar ein wenig Flexibilität, erspart den Mietern aber die oft lästige Parkplatzsuche in Großstädten. Weiterer Pluspunkt: Der Wagen muss nicht am gleichen Standort wieder abgestellt werden, an dem er angemietet wurde. Auch ein Wechsel zwischen Städten ist möglich. Wie viele Parkplätze für die neuen Fahrzeuge bereitgestellt werden, verrät das Unternehmen allerdings noch nicht. Bisher ist das Angebot nur für Car2go-Kunden in Berlin und Hamburg verfügbar. Bei Erfolg soll der Kundenkreis erweitert werden.

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