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27.12.2013

16:58 Uhr

Cessna-Mutter kauft Beechcraft

Propeller-Unterstützung für Business-Jets

VonTobias Döring

Textron, die Mutter des US-Flugzeugbauers Cessna, übernimmt den Konkurrenten Beechcraft. Der Propeller-Spezialist war insolvent. Jetzt steigt er zum Hoffnungsträger auf, weil bei Cessna das Jet-Geschäft schwächelt.

Turboprop-Flugzeug King Air von Beechcraft: Der US-Flugzeugbauer wird vom Insolvenzfall zum Hoffnungsträger. Imago

Turboprop-Flugzeug King Air von Beechcraft: Der US-Flugzeugbauer wird vom Insolvenzfall zum Hoffnungsträger.

DüsseldorfAusgerechnet in der glitzernden Casino-Stadt Las Vegas hatte der Flugzeughersteller Beechcraft im Oktober 2013 seinen großen Auftritt. Erst ein halbes Jahr zuvor hatte das Unternehmen das Insolvenzverfahren beendet, nun übergab Beechcraft in der Glücksspielmetropole im Rahmen einer Geschäftsluftfahrtmesse die erste King Air 350i an Wheels Up.

Die Flugzeug-Eigentümergemeinschaft hat bis zu 105 der kleinen Propeller-Maschinen bestellt. Mit Wartungs- und anderen Verträgen ist der Auftrag 1,4 Milliarden Dollar schwer. Beechcraft hat damit die nach eigenen Angaben größte Bestellung von Propeller-Flugzeugen der Geschichte an Land gezogen – und sich für potenzielle Käufer interessant gemacht.

Jetzt hat einer angebissen: Der US-Mischkonzern Textron übernimmt Beechcraft und zahlt für den Flugzeugbauer – wie der Zufall es will – ebenfalls 1,4 Milliarden Dollar. Dabei soll sich Textron unter anderem gegen den brasilianischen Flugzeugbauer Embraer und das indische Unternehmen Mahindra & Mahindra durchgesetzt haben. Bekannt ist Textron vor allem als Muttergesellschaft des Flugzeugproduzenten Cessna. Zum Konzern gehören auch der Hubschrauberhersteller Bell und der Motorenbauer Lycoming.

Auf welchen europäischen Flughäfen die meisten Privatjets abheben

Platz 10

Kiew-Schuljany (Ukraine) - 552 Abflüge

Mit einem Wachstum von 29 Prozent bei Privatfliegern und mehr als 60 Prozent plus bei Charterfliegern im Jahresvergleich im Monat Dezember kann kein Flughafen bei Privatflügen stärker zulegen als der Hauptstadtflughafen der Ukrainer.

(Stand: Dezember 2013, Quelle: WingX Advance)

Platz 9

Wien-Schwechat (Österreich) - 612 Abflüge

4,6 Prozent mehr Privatjet-Starts als im Vorjahr, bei Charterfliegern 2,7 Prozent plus, das reicht für Österreichs Hauptstadt für einen Platz in der europäischen Top-10 der Flughäfen für Privatflieger.

Platz 8

Mailand-Linate (Italien) - 615 Abflüge

Die italienische Modemetropole hat im Jahresvergleich satte 24,6 Prozent mehr Abflüge von Privatjets zu verbuchen. Bei Charterflügen steht unterm Strich ein Minus von 8,7 Prozent.

Platz 7

Nizza (Frankreich) - 636 Abflüge

Die Metropole der Schönen und Reichen an der Cotê d'Azur gehört auch in diesem Jahr zu den beliebtesten Zielen des Jet-Sets im Dezember. Trotzdem sank die Zahl der Privatabflüge um 0,5 Prozent. Charterflüge legten um 6,7 Prozent zu.

Platz 6

Zürich (Schweiz) - 768 Abflüge

In der Schweiz sinkt das Aufkommen der Privatflieger dagegen. Im Jahresvergleich stiegen die privaten Abflugzahlen im Mai um 1,2 Prozent, bei Chartern um 0,6 Prozent.

Platz 5

London-Farnborough (Großbritannien) - 800 Abflüge

Die Privatjets landen wieder häufiger nahe der britischen Hauptstadt. Die Zahl der Abflüge konnte im Mai um 7,6 Prozent zulegen, Charterflüge um 19,2 Prozent.

Platz 4

London-Luton (Großbritannien) - 918 Abflüge

Der Flughafen im Norden von London ist der wichtigste Abflughafen für Privatflieger in England. Im Vergleich zum Vorjahr hoben 0,3 Prozent weniger Privatjets ab. Bei Chartern legten die Flugzahlen dagegen um 13,9 Prozent zu.

Platz 3

Moskau-Wnukowo (Russland) - 1.045 Abflüge

Russlands Neureiche sind international berühmt berüchtigt. Für die Privatflieger gehören sie zu den wichtigsten Kunden, auch wenn die Zahl der Privatabflüge im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent geschrumpft ist. Charter legten leicht um 3,4 Prozent zu.

Platz 2

Genf (Schweiz) - 1.277 Abflüge

Die Steueroase in der Schweiz ist Hauptsitz vieler großer Unternehmen und damit ein interessantes Ziel für gutbetuchte Fluggäste. Die Zahl der Abflüge ging im vergangenen Jahr allerdings um 11,9 Prozent zurück. Charterflieger starteten 8,9 Prozent weniger.

Platz 1

Paris - Le Bourget (Frankreich) - 1.702 Abflüge

Kunst, Mode und savoir vivre - die französische Hauptstadt versprüht viel Charme, und bleibt bei Privatfliegern die beliebteste Destination. Um 6,1 Prozent steige die Zahl der privaten Abflüge im Jahresvergleich. Charterflieger starteten 2,3 Prozent seltener.

Beechcraft soll der schwächelnden Tochter Cessna jetzt helfen. Diese hat zwar auch eine lange Propeller-Tradition, legt einen Schwerpunkt aber auf umsatzträchtige Business-Jets: Die wichtigste Flugzeug-Familie ist die Citation, die Modelle werden seit Anfang der 1970er-Jahre produziert. Zuletzt wurde der freigelassene Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski in einer Citation nach Berlin ausgeflogen.

Doch Geschäftsreisende zeigen immer weniger Interesse an Cessna-Jets: Dem Flugzeughersteller fehlt ein größeres Modell mit längerer Reichweite. Die kleinen und mittelgroßen Jets laufen immer schlechter: Im dritten Quartal wurden lediglich noch 25 Citations ausgeliefert, ein Jahr zuvor waren es noch 41. Der Umsatz im Zeitraum von Juli bis September ging um fast 200 Millionen Dollar zurück, es fiel ein Verlust von 23 Millionen Dollar an.

Das Geschäft von Cessna schrumpft dabei mit dem Markt. In den ersten neun Monaten 2013 gingen die Auslieferungen von Business-Jets weltweit um gut zwei Prozent zurück, wie Zahlen des Verbands der US-Flugzeughersteller Gama zeigen. Mehrmotorige Turboprop-Maschinen wuchsen dagegen um 42 Prozent.

Kommentare (1)

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Holzi

27.12.2013, 15:14 Uhr

Ich liebe die Holzklasse. Nirgendwo erlebt man die Flugmeilen intensiver.

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