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14.09.2013

13:59 Uhr

Changan

Die chinesische Offensive

VonLukas Bay

Bisher sind alle chinesischen Automarken in Europa gescheitert. In Frankfurt kündigt nun mit Changan der nächste Hersteller den Sprung auf den europäischen Markt an. Doch können die Chinesen wirklich mithalten?

Die SUV-Studie CS 95 von Changan feiert in Frankfurt die Europapremiere. dpa

Die SUV-Studie CS 95 von Changan feiert in Frankfurt die Europapremiere.

FrankfurtStatt Autos exportiert die chinesische Autoindustrie seit Jahren vor allem eins nach Europa: große Ankündigungen. In Amerika und Europa konnten Chinas Autobauer bisher keine einzige eigene Marken etablieren. Jiangling versuchte es 2005 mit dem SUV „Landwind“ – ohne nennenswerten Erfolg. Drei Jahre später scheiterten die Mittelklassewagen „BS4“ und „BS6“ von BMW-Partner Brilliance im Crashtest. Auch der „MG6“, das Gemeinschaftsmodell von MG und der Saic-Tochter Roewe, läuft in der Zulassungsstatistik unter ferner liefen. Und auch von Qoros hat man seit dem großen Auftritt beim Autosalon in Genf nichts mehr gehört.

Auf der IAA in Frankfurt kündigt nun der nächste chinesische Hersteller an, den Sprung nach Europa zu wagen: Changan. In China ist Konzern der viertgrößte Hersteller. Beheimatet ist das Unternehmen in Chongqing, einer Stadt im Südwesten Chinas mit der Fläche von Österreich und 28,8 Millionen Einwohnern. Seit Beginn des Jahres hat der Konzern in seinen 15 chinesischen Werken 1,34 Millionen Autos produziert, davon 317.000 Autos unter eigenem Logo. Innerhalb eines Jahres hat die Produktion um satte 83,6 Prozent zugelegt. Doch bisher gehen nur 20.000 Fahrzeuge in den Export. Fragt man nach den bisherigen Auslandsmärkten, klingt die Antwort wie das Who-is-Who der Krisengebiete: Ägypten, Irak, Kolumbien.

Chinas Autokonzerne

Saic

Die Shanghai Automotive Industry Corp. gründete mit Volkswagen einst das erste Joint Venture eines chinesischen Herstellers mit einem ausländischen Autobauer. Seit 1998 kooperiert der Konzern auch mit dem US-Riesen General Motors. Zum Portfolio gehören auch die britische Traditionsmarke GM und die chinesische Luxusmarke Roewe. Im Jahr 2012 produzierten die Chinesen 4,5 Millionen Fahrzeuge und sind damit der größte Autohersteller des Landes.

FAW

First Automotive Works aus Nordchina wurde einst unter sowjetischer Führung gegründet, unterhält aber vor allem enge Kontakte zu den japanischen Autobauern. Zu den Partnern gehört neben Toyota, Mazda und Daihatsu aber auch Volkswagen.

Dongfeng

Kein chinesischer Konzern unterhält mehr Joint Ventures als das Unternehmen aus Wuhan. Zu den ausländischen Partnern zählen Honda, Nissan, Peugeot, Kia und Citroën. Mit 3,2 Millionen produzierten Fahrzeug ist Dongfeng der drittgrößte chinesische Autohersteller.

Baic

Bekannt wurde die Beijing Automotive Group weil sie 2009 die Technik des insolventen schwedischen Autobauers Saab aufkaufte. Mit Mercedes-Benz und Hyundai unterhält der Konzern aus der chinesischen Hauptstadt Joint-Ventures. 2012 produzierte Baic 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Chang'an

Der Mutterkonzern verdient sein Geld mit Waffen. Doch mit 2,07 Millionen produzierten Fahrzeugen ist der Konzern aus Zentralchina mittlerweile der fünftgrößte Autobauer des Landes. Zu den ausländischen Kooperationspartner gehören Ford, Suzuki, and PSA

Brilliance

Der BMW-Partner Brilliance gehörte zu den ersten chinesischen Autokonzernen, die den Sprung nach Europa wagten - und scheiterten. Mit einer Produktion 591.000 Fahrzeugen ist der Hersteller im Landesvergleich relativ klein.

Chery

Bis 2003 war das Unternehmen aus Wuhu der größte Autoexporteur des Landes. Dabei wurde der Konzern erst 1997 gegründet. Seit 2012 unterhält das Unternehmen ein Joint Venture mit Jaguar und Land Rover. Die Tochtermarke des Konzern Qoros soll bald auch auf den europäischen Markt kommen

Geely

Aus einer Manufaktur für Kühlschrankteile ist einer der größten Autohersteller des Landes hervorgegangen. Übersetzt bedeutet der Unternehmensname Glück verheißende Automobile. Einen Namen in Europa machten sich die Chinesen mit der Übernahme von Volvo.

Dabei soll es nach Angaben der Verantwortlichen aber nicht bleiben. Jahrelang war die Firma nur Auftragsproduzent für Firmen wie Suzuki und Mazda. Für den französischen PSA-Konzern hat man die Produktion von Peugeot- und Citroën-Modellen übernommen. Nun fühlt man sich stark genug, um mit eigenen Modellen auf den Markt zu gehen. „Wir können hier viele interessante Kontakte knüpfen“, sagt Marketingchefin Leith Zeng. Man habe schon mit einigen Händlern Gespräche geführt.

Sechs Modelle haben die Chinesen mit zur IAA gebracht. Vom SUV CS75, der in Frankfurt seine Weltpremiere feiert, über den Hatchback Eado XT bis zur oberen Mittelklasselimousine Raeton. Auf den ersten Blick sind die chinesischen Konkurrenten den Europäern ebenbürtig. Doch wer genauer hinsieht, erkennt die Unterschiede in der Materialwahl und Verarbeitung. Auch die Teile stammen größtenteils von chinesischen Zulieferern. Qualitativ haben die Chinesen Nachholbedarf.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

14.09.2013, 15:19 Uhr

Du hast auch Langeweile oder?

Brasil

14.09.2013, 15:29 Uhr

Nur Vollidioten und Systemlinge sprechen über die BRIGS von Entwicklungsländern!
Wer die Entwicklungsländer sind, das sieht die Welt jeden Tag immer plastischer, man braucht nur die Augen aufzumachen!

Brasil

14.09.2013, 17:15 Uhr

Mit Vollidioten meine ich mich natürlich selber. Vollidiot und Dummschwaetzer.

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