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31.03.2013

11:27 Uhr

Chefaufseher Fehrenbach

Abschied von Bosch-Solarsparte ist schmerzhaft

Trotz des Milliardenverlustes der Solarsparte fällt Bosch-Aufsichtsratschef Fehrenbach der Ausstieg aus dem Geschäft mit der Sonne schwer. Rund 3.000 Mitarbeiter aus diesem Bereich verlieren ihre Jobs.

2010 präsentierte Bosch noch stolz seine neue Fabrik für Solarzellen. dpa

2010 präsentierte Bosch noch stolz seine neue Fabrik für Solarzellen.

StuttgartFür Bosch-Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach ist das Aus für den Geschäftsbereich Solar „der schmerzhafteste Moment in meinem Leben als Unternehmer“. Der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte Fehrenbach, der Einstieg in die Solarsparte sei von der Bosch-Führung vor fünf Jahren einstimmig beschlossen worden.

Genauso einstimmig sei jetzt der Ausstieg entschieden worden, auch wenn dies nicht leicht gefallen sei: „Natürlich tut das weh bei 3.000 wegfallenden Arbeitsplätzen.“

Bosch: Der schwere Abschied von der Solarsparte

Bosch

Der schwere Abschied von der Solarsparte

Es ist nicht nur eine Wende für das Unternehmen.

Bosch hatte den Ausstieg aus der Solarsparte vor etwas mehr als einer Woche bekanntgegeben. Vergangenes Jahr hatte der Geschäftsbereich einen Milliardenverlust verzeichnet. Nach einem harten Preiswettbewerb durch Billigkonkurrenz aus China steht die gesamte Branche derzeit enorm unter Druck - seit Ende 2011 häufen sich in Deutschland die Pleiten von Solarunternehmen. Als Auslöser gelten neben dem Preisverfall auch sinkende Subventionen für die Branche.

Bosch im Überblick (Kennzahlen 2012/13)

Gesamtumsatz 2012/13

46 Milliarden Euro

Umsatz nach Bereichen

Kraftfahrzeugtechnik: 30,6 Milliarden Euro
Industrietechnik: 6,8 Milliarden Euro
Gebrauchsgüter: 4,1 Milliarden Euro
Energie- und Gebäudetechnik: 4,6 Milliarden Euro

Umsätze nach Regionen

Europa: 25,5 Milliarden Euro (Deutschland: 10,6 Milliarden Euro)
Nordamerika: 7,8 Milliarden Euro
Südamerika: 1,7 Milliarden Euro
Asien-Pazifik (einschließlich aller übrigen Regionen): 11,1 Milliarden Euro

Forschungsausgaben

etwa 4,5 Milliarden Euro

Mitarbeiter (31.12.2013)

281.381

Fehrenbach sagte nun, Bosch habe den Einstieg in das Solargeschäft gründlich vorbereitet, inzwischen habe sich aber der Markt komplett geändert: „Der immense Kapazitätsaufbau in China, der daraus resultierende massive Preisdruck - das konnten wir damals nicht absehen und bis heute nicht auffangen.“

Von

dpa

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

31.03.2013, 12:06 Uhr

Der Ausstieg ist ein schwerer strategischer Fehler. Das Erdölzeitalter wird schneller zu ende gehen als viele denken.

Account gelöscht!

31.03.2013, 12:08 Uhr

Es wurde wohl doch nicht Zeit für den grünen "New Deal"?
Die große Transformation, erst der Umbau der dt. Industrie, dann weltweit.
Neue Arbeit, grüne Städte, sozialer Ausgleich - hat nicht geklappt?

Mal ehrlich, Wachstum hin, Profit her. In Bereiche zu investieren, die von Subventionen abhängen, ist schon waghalsig.
Musste der Edzard damals auch auf die harte Tour lernen, als überraschend der kalte Krieg vorbei war und die EADS-Träumereien sich in Rauch auflösten.
Nicht zu sehr auf Subventionen verlassen - die Wetterlage kann sich immer auch ändern.

Vicario

31.03.2013, 12:08 Uhr

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