Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2016

10:38 Uhr

Chemchina-Deal

Eleganter Ausweg für Syngenta

VonSiegfried Hofmann

Der Agrochemie-Riese Syngenta steckte nach der Offerte von Monsanto in einem Dilemma. Mit der Übernahme durch Chemchina hat das Management einen Weg gefunden, sich mit den Aktionären zu versöhnen. Ein Kommentar.

Der Deal dürfte nicht auf größere Widerstände treffen. AFP

Syngenta-Zentrale in Basel

Der Deal dürfte nicht auf größere Widerstände treffen.

Es ist die größte Übernahme, die jemals ein chinesischer Konzern im Ausland getätigt hat und die zweitgrößte Transaktion in der Chemiebranche. Trotzdem wird die Übernahme von Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern Chemchina in der Chemielandschaft – zumindest vorerst – einmal wenig verändern.

Sigfried Hofmann ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte. Pablo Castagnola

Der Autor

Sigfried Hofmann ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte.

Denn Chemchina ist im Agrogeschäft bisher nur schwach vertreten und kann insofern keine Größenvorteile generieren, die den Wettbewerb im Pflanzenschutz und Saatgut-Bereich nennenswert verschieben könnten. Die bisherige Anbieter-Struktur, die momentan noch von sechs großen Hersteller dominiert wird, bleibt im Prinzip erhalten. Die Zahl der Akteure wird zwar durch den geplanten Zusammenschluss von Dow und Dupont in absehbarer Zeit von sechs auf fünf sinken – aber nicht auf vier, wie von vielen in der Branche erwartet.

Chemchina bietet 43 Milliarden Dollar: Syngenta lässt sich kaufen – um selbständig zu bleiben

Chemchina bietet 43 Milliarden Dollar

Syngenta lässt sich kaufen – um selbständig zu bleiben

Die Avancen des US-Konzerns Monsanto schlug die Führung von Syngenta vehement aus. Die Chinesen von Chemchina empfängt sie mit offenen Armen: Was sich der Schweizer Agrochemiehersteller vom Milliarden-Deal verspricht.

Für den Schweizer Agrochemie-Riesen ist der Deal letztlich der eleganteste Ausweg aus dem Dilemma, in das sich der Konzern nach der, erfolgreich abgewehrten Offerte von Monsanto manövriert hatte. Den von Monsanto angebotenen Preis von knapp 450 Franken je Aktie hätte man aus eigener Kraft wohl kaum wieder erzielen können. Dazu ist die konjunkturelle Lage im Agrogeschäft derzeit zu schwach und Syngenta operativ nicht stark genug aufgestellt.
Mit dem Chemchina-Deal gelingt es dem Syngenta-Management, einen Wert zu generieren, der noch leicht über der Monsanto-Offerte liegt, und gleichzeitig den Konzern in seiner bisherigen Form zu erhalten. Kartellrechtliche Probleme dürften in diesem Fall praktisch keinerlei Rolle spielen. Und anders als im Falle einer Monsanto-Übernahme haben die Schweizer auch weder einen Kahlschlag im Management noch einen größeren Arbeitsplatzabbau zu befürchten. Der Deal dürfte insofern weder in Basel noch in Zürich auf größere Widerstände treffen.

Das sind die größten Agrochemie-Hersteller

Syngenta

Umsatz 2014: 15,1 Mrd. US-Dollar (2013: 14,7 Mrd. US-Dollar)

(Quelle: Geschäftsberichte)

Bayer

Umsatz 2014: 12,6 Mrd. US-Dollar (2013: 11,7 Mrd. US-Dollar)

BASF

Umsatz 2014: 7,2 Mrd. US-Dollar (2013: 6,9 Mrd. US-Dollar)

Monsanto

Umsatz 2014: 15,6 Mrd. US-Dollar (2013: 14,8 Mrd. US-Dollar)

Dupont

Umsatz 2014: 11,3 Mrd. US-Dollar (2013: 11,7 Mrd. US-Dollar)

Dow Chemical

Umsatz 2014: 7,3 Mrd. US-Dollar (2013: 7,1 Mrd. US-Dollar)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×