Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.07.2012

21:32 Uhr

Chemie-Industrie

Medigene findet Partner für Krebsmittel

Die Suche war lang, doch jetzt hat das Biotechunternehmen Medigene endlich einen Partner für sein wichtigstes Krebsmittel gefunden. Die Anleger jubelten und die Mediegene-Aktie profitierte.

Flaschen mit Chemikalien im Genlabor der Firma Medigene in Martinsried bei München. ZBSP

Flaschen mit Chemikalien im Genlabor der Firma Medigene in Martinsried bei München.

FrankfurtDas Biotechunternehmen Medigene hat für sein wichtigstes Krebsmittel nach langer Suche endlich einen Partner gefunden. Das Unternehmen Syncore, eine Tochter der taiwanischen Gruppe Sinphar Pharmaceutical, werde mit Medigene bei dem Krebsmittel Endotag-1 in Asien, Australien und Neuseeland zusammenarbeiten, teilte Medigene am Freitag mit. Die Deutschen behalten die Rechte an dem Wirkstoff in den USA, in Europa und in den verbleibenden Ländern. Für die an Syncore vergebenen Lizenzrechte erhält Medigene eine Vorabzahlung, Lizenzzahlungen sowie weitere Gelder, die an Entwicklungserfolge geknüpft sind. Über deren Höhe sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte eine Medigene-Sprecherin. Die Unternehmensfinanzierung ist Medigene zufolge über das Jahr 2013 hinaus gesichert.

Viele Investoren hatten nicht mehr daran geglaubt, dass Medigene noch einen Partner für die Weiterentwicklung seines Krebsmittels findet. An der Börse schoss die Medigene-Aktie zeitweise um mehr als 24 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen arbeitet mit Syncore bereits bei der Warzensalbe Veregen zusammen.

Medigene wolle Endotag-1 mit einer großen Studie voranbringen und Marktzulassungen weltweit erlangen, erklärte Medigene-Chef Frank Mathias. Zusammen wollen Medigene und Syncore eine Phasa-III-Studie mit dem Mittel zur Behandlung von Brustkrebs auflegen. An dem Test sollen rund 400 Patientinnen teilnehmen. Syncore soll den asiatischen Teil der Studie finanzieren, der etwa die Hälfte der Patientinnen umfassen soll. Medigene rechnet damit, im Jahr 2018 die Zulassung für das Medikament zu beantragen.

Medigene hatte die Wirkung von Endotag-1 bereits zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs und Brustkrebs in zwei Phase-II-Studien getestet. Danach konnte Firmenchef Mathias aber nicht wie erhofft bis Ende 2010 einen Partner für die teure Weiterentwicklung der Arznei bis zur Marktreife finden. Neue Medikamente müssen vor einer Zulassung erst drei Phasen der klinischen Prüfung am Menschen bestehen. Die dritte Phase der klinschen Prüfung verschlingt üblicherweise das meiste Geld.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×