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25.07.2013

08:42 Uhr

Chemie-Konzern

BASF kämpft gegen sinkende Margen

Den Umsatz kann der Chemie-Konzern BASF zwar auch im zweiten Quartal steigern. Doch nach Steuern schrumpft das Ergebnis erneut. Und die Risiken sind nicht ausgestanden, so das Management.

BASF-Tanks im südbrandenburgischen Schwarzheide. dpa

BASF-Tanks im südbrandenburgischen Schwarzheide.

LudwigshafenDie schwache Konjunktur in vielen Ländern hat den Chemiekonzern BASF im abgelaufenen Quartal deutlich gebremst. Besserung ist nicht in Sicht: BASF-Chef Kurt Bock äußerte sich am Donnerstag bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal skeptischer als noch zum Jahresstart. Mit seinen Ergebnissen für die Monate April bis Juni lag das weltgrößte Chemieunternehmen unter den Schätzungen der Analysten. Die BASF-Aktie war vorbörslich fast drei Prozent im Minus angezeigt.

„Das wirtschaftliche Umfeld ist und bleibt unbeständig: Die europäische Wirtschaft schrumpft leicht, der chinesische Wachstumsmotor läuft nicht mehr auf Hochtouren, die USA wachsen moderat“, sagte BASF-Chef Bock. „Die Auswirkungen spüren wir deutlich.“ Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - sank binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, Analysten hatten mit zwei Milliarden Euro gerechnet. Das Ergebnis nach Steuern schrumpfte um zwei Prozent auf 1,23 Milliarden Euro, teilte das weltgrößte Chemieunternehmen am Donnerstag in Ludwigshafen mit. Im ersten Halbjahr beträgt das Gewinnminus fast neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ergebnis ausgewählter BASF-Sparten 2012

Chemie

Umsatz 2012 - 13,8 Milliarden Euro (plus 6,7 Prozent)

Gewinn 2012 (vor Steuern und Zinsen) - 1,72 Milliarden Euro (minus 29,6 Prozent)

Kunststoffe

Umsatz 2012 - 11,4 Milliarden Euro (plus 3,7 Prozent)

Gewinn 2012 (vor Steuern und Zinsen) - 874 Millionen Euro (minus 30,6 Prozent)

Öl und Gas

Umsatz 2012 - 16,7 Milliarden Euro (plus 38,6 Prozent)

Gewinn 2012 (vor Steuern und Zinsen) - 3,9 Milliarden Euro (plus 84,9 Prozent)

Agrar

Umsatz 2012 - 4,68 Milliarden Euro (plus 12,3 Prozent)

Gewinn 2012 (vor Steuern und Zinsen) - 1,03 Milliarden Euro (plus 27 Prozent)

Nach einem soliden Jahresauftakt habe sich das Geschäft im zweiten Jahresviertel verhaltener entwickelt, erklärte der Konzern. In den Industriesparten Chemicals, zu der etwa das Petrochemiegeschäft zählt, und Performance Products, die unter anderem die Papierchemie umfasst, schrumpften die Ergebnisse. BASF musste unter anderem gesunkene Rohstoffpreise an seine Kunden weiterreichen. Zudem waren die Gewinnmargen im Geschäft mit der Chemikalie Caprolactam und bei Polyamiden schwach. Bei manchen Produkten spürte der Chemieriese den schärferen Wettbewerb. Beim Konzernumsatz konnte BASF dennoch im Quartal leicht zulegen: Insgesamt setzte BASF im Zeitraum April bis Juni 18,4 Milliarden Euro um - ein Plus von drei Prozent.

Mit einer Erholung der Konjunktur noch im zweiten Halbjahr rechnet der Konzern nun nicht mehr. Das weltweite Wirtschaftswachstum und die Chemienachfrage belebten sich voraussichtlich nicht und blieben damit unter den Erwartungen vom Jahresbeginn. Die Chemiebranche gilt als Wirtschaftsbarometer, da sie fast alle anderen Industriezweige beliefert. Die Entwicklung bleibe unbeständig und von Unsicherheiten geprägt, erklärte Bock. BASF strebe trotzdem weiter an, im Gesamtjahr 2013 Umsatz und bereinigten Betriebsergebnis zu erhöhen. „Das Erreichen des Ergebnisziels ist heute deutlich anspruchsvoller als noch zu Jahresbeginn zu erwarten war“, räumte er ein. Die geplanten Neuanstellungen in den Schwellenländern will der Konzern nun erst einmal langsamer angehen.

Um sich in einem schwierigeren Marktumfeld behaupten zu können, hatte BASF sich bereits das mehrjährige Sparprogramm "Step" auferlegt. Es soll ab Ende 2015 jährlich rund eine Milliarde Euro zum Ergebnis beitragen. Damit liege der Konzern im Plan, erklärte Bock. Dieses Jahr würden 300 Millionen Euro an Einsparungen erzielt.

Mit seinen Äußerungen zum zweiten Halbjahr reiht sich Konzernchef Bock ein in die Riege vorsichtiger Stimmen in der Branche. Auch der deutsche Branchenverband VCI hat nach einem schwachen ersten Halbjahr kaum Hoffnung auf eine durchgreifende Besserung. Produktion und Branchenumsatz sollen 2013 nur bescheiden zulegen. Das härtere Umfeld bekommen auch die großen BASF-Rivalen zu spüren. So wies der US-Konzern DuPont am Dienstag für das zweite Quartal einen um 13 Prozent rückläufigen Nettogewinn von 1,03 Milliarden Dollar aus. Der Umsatz des Unternehmens sank um ein Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar. Der Leverkusener Wettbewerber Bayer will am 30. Juli seinen Zwischenbericht veröffentlichen.

Kommentare (1)

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smovy

25.07.2013, 10:29 Uhr

hugdihxkl

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