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23.02.2015

18:13 Uhr

Chemie-Tarifpartner

Vor Verhandlungsauftakt unversöhnlich

VonFrank Specht

Exklusiv550.000 Chemiearbeiter wollen mehr Geld: Die Ausgangslage für Verhandlungen könnte allerdings schlechter nicht sein. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BACV) stellt sich bereits vor Gesprächsbeginn quer.

Peter Hausmann, Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG BCE: „Ich bin gespannt, wie die Arbeitgeber verkaufen wollen, dass da etwas an die Aktionäre ausgeschüttet wird, aber die Beschäftigten in den Unternehmen kürzertreten sollen.“ dpa

Peter Hausmann, Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG BCE: „Ich bin gespannt, wie die Arbeitgeber verkaufen wollen, dass da etwas an die Aktionäre ausgeschüttet wird, aber die Beschäftigten in den Unternehmen kürzertreten sollen.“

BerlinEine kräftige Gehaltserhöhung für die 550.000 Chemiebeschäftigten und mehr Geld für den Demografiefonds der Branche sind aus Sicht der Arbeitgeber nicht drin. Man habe jetzt dreimal in Folge Tarifverhandlungen auf Basis hoher Konjunkturprognosen geführt, die sich später als Makulatur erwiesen, sagte BAVC-Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). „Das können wir uns kein viertes Mal leisten.“ Eine eventuelle Aufstockung des Demografiefonds werde auf jeden Fall zulasten der Gehaltserhöhung gehen.

Nach den regionalen Verhandlungen, in denen die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt haben, beginnen an diesem Dienstag in Kassel die Gespräche auf Bundesebene. Neben dem fehlenden Geld sprächen auch beschäftigungspolitische Gründe gegen die von der Gewerkschaft IG BCE angestrebte Ausweitung von Altersteilzeitmodellen, sagte Hansen.

Das Arbeitskräftepotenzial werde in den nächsten 20 Jahren um 8,5 Millionen Personen schrumpfen. „Wir müssten die komplette Erwerbsbevölkerung Griechenlands, Dänemarks und Irlands zu uns locken, um das auszugleichen.“

IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann betont dagegen, die Unternehmen hätten genug Geld, um die Forderungen der Gewerkschaft zu erfüllen: BASF, Bayer oder Henkel bereiteten ja gerade ihre Hauptversammlungen vor, sagte er dem Handelsblatt. „Ich bin gespannt, wie die Arbeitgeber verkaufen wollen, dass da etwas an die Aktionäre ausgeschüttet wird, aber die Beschäftigten in den Unternehmen kürzertreten sollen.“

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