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13.08.2012

12:52 Uhr

Chemiegruppe Rütgers

Verkaufsgespräche gehen in heiße Phase

Die Verhandlungen über einen Weiterverkauf der Chemiegruppe Rütgers stehen Kreisen zufolge kurz vor dem Abschluss. Eigentümer Triton und die Beteiligungsgesellschaft Pamplona seien in fortgeschrittenen Gesprächen.

Die Rütgers-Gruppe hat sich auf Teerchemie spezialisiert. dpa

Die Rütgers-Gruppe hat sich auf Teerchemie spezialisiert.

FrankfurtDie Beteiligungsfirma Pamplona befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Kauf des Unternehmens vom Finanzinvestor Triton für mehr als 600 Millionen Euro, sagten drei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Asiatische Interessenten hätten sich zuvor zurückgezogen. Triton hatte Rütgers 2008 vom Essener Mischkonzern Evonik übernommen. Die Rütgers-Gruppe, deren Firmengeschichte rund 150 Jahre zurückreicht, ist auf die Teerchemie spezialisiert und darin in Europa führend.

Triton hatte früheren Angaben aus Kreisen zufolge Rütgers vor einigen Monaten mit einem Preis von bis zu 700 Millionen Euro ins Schaufenster gestellt. Die Investmentbank Goldman Sachs steuert den Verkauf. Triton hatte gehofft, ein asiatisches Unternehmen aus der Chemiebranche als Käufer zu finden, zumal der indische Rivale Himadri öffentlich Interesse an Rütgers bekundet hatte. Himadri Chemicals and Industries ist wie Rütgers in der Teerchemie aktiv und zählt neben der US-Gruppe Koppers zu den großen Herstellern von Chemierohstoffen aus Steinkohlenteer. Eine Vereinbarung sei allerdings nicht zustande gekommen, hieß es in den Kreisen.

Eine Rütgers-Sprecherin sagte zu den Informationen: „Das ist ein Eigentümerthema, zu dem wir uns nicht äußern.“ Triton und Pamplona lehnten eine Stellungnahme ab.

Auch Deal mit Pamplona noch nicht unter Dach und Fach
Auch der Verkauf an die in London ansässige Beteiligungsfirma Pamplona, hinter der viel russisches Kapital steckt, sei noch nicht in trockenen Tüchern, hieß es. Über die Bewertung von Rütgers sei noch keine Einigung erzielt worden. „Das ist ein schweres, haariges und umweltmäßig sensibles Geschäft, keine Feinchemie, und sollte auch entsprechend bewertet werden“, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Triton ziele auf einen Preis ab, der am oberen Ende zwischen 600 und 700 Millionen Euro liege. Pamplona wolle weniger zahlen.

Russland ist für Rütgers kein weißer Flecken auf der Landkarte. Vor einigen Monaten hatte das Unternehmen das Gemeinschaftsunternehmen „Severtar“ mit dem russischen Stahlkonzern Severstal gegründet. Am Severstal-Standort Cherepovets nordöstlich von Moskau enstehen derzeit Anlagen zur Verarbeitung von Steinkohlenteer. Das Joint Venture soll dort Chemierohstoffe für die Aluminiumbranche und die Chemieindustrie produzieren. Russland ist für Rütgers einer der Wachstumsmärkte. Die Beteiligungsfirma Pamplona war 2004 vom dem ehemaligen Chef der russischen Alfa-Bank, Alex Knaster, gegründet worden. Pamplona wird zu einem erheblichen Teil von der Alfa Group des russischen Milliardärs Michael Fridman gestützt.

Die Rütgers-Gruppe produziert mit rund 1.000 Beschäftigten technische Öle, Napthalin und weitere Grundchemikalien. In Castrop-Rauxel betreibt der Konzern eine große Teerdestillationsanlage mit einer Kapazität von rund 500.000 Tonnen im Jahr. Für 2007, das letzte Jahr vor dem Verkauf, hatte Rütgers rund 700 Millionen Euro Umsatz erwartet.

 

Von

rtr

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