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23.07.2013

13:50 Uhr

Chemieindustrie

Du-Pont stellt Teile des Kerngeschäfts zum Verkauf

Du-Ponts Firmenchefin will sich vom klassischen Chemiegeschäft abwenden. Erste Teile des Geschäfts sind bereits verkauft. Stattdessen will sie Du-Pont auf weniger konjunkturanfälligen Märkten positionieren.

Der BASF -Rivale DuPont wies für das zweite Quartal einen um 13 Prozent rückläufigen Nettogewinn von 1,03 Milliarden Dollar aus. ap

Der BASF -Rivale DuPont wies für das zweite Quartal einen um 13 Prozent rückläufigen Nettogewinn von 1,03 Milliarden Dollar aus.

New YorkDu-Pont stellt Teile seines Kerngeschäfts zur Disposition. Der US-Konzern kündigte am Dienstag an, die Sparte "Performance Chemicals", zu der etwa der zuletzt schwächelnde Bereich mit Farbpigmenten gehört, zu verkaufen oder abzutrennen. Die Sparte stand 2012 mit Erlösen von 7,2 Milliarden Dollar für ein Fünftel aller Umsätze. In dem einst sehr lukrativen Geschäftsfeld waren die Erlöse vergangenes Jahr aber um satte acht Prozent gefallen.

Farbpigmente werden unter anderem in Sonnencremes und Autofarben verwendet. Die anhaltenden Probleme der Sparte lasten seit längerem auf dem Aktienkurs des 211 Jahre alten Konzerns aus dem US-Bundesstaat Delaware. Aktionäre haben dies mehrfach beklagt.

Firmenchefin Ellen Kullman ist deswegen dabei, das Unternehmen stärker auf Geschäfte mit der Ernährungsindustrie und der Landwirtschaft auszurichten, die als weniger konjunkturanfällig gelten als das klassische Chemiegeschäft. So verkaufte DuPont im vergangenen Jahr etwa seine Autolack-Aktivitäten für rund fünf Milliarden Dollar an den US-Finanzinvestor Carlyle.

Chemieindustrie in Deutschland

Überraschend guter Jahresschluss

Das Schlussquartal 2012 ist für die deutsche Chemieindustrie überraschend gut ausgefallen. Produktion, Preise wie auch Branchenumsatz haben gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Im Gesamtjahr war die Produktion allerdings rückläufig (-3,1 Prozent), damit verpasste die drittgrößte Industriebranche Deutschlands den zunächst erwarteten Rekordumsatz von 186,6 Milliarden Euro (+1,3 Prozent). Die Beschäftigtenzahl stieg um 2 Prozent auf 437 000.

Optimistischer Ausblick

Der Branchenverband VCI erwartet 2013 ein Umsatzplus von etwa 2 Prozent auf 190 Milliarden Euro. Die Produktion werde um 1,5 Prozent steigen, die Preise würden um 0,5 Prozent anziehen. Der VCI geht davon aus, dass sich „die Auftriebskräfte weiter durchsetzen“. Vor allem werde eine große Nachfrage außerhalb Europas erwartet, aber auch das Inlandsgeschäft stimme bislang zuversichtlich.

Sorgenvoller Blick nach Brüssel

Mit Sorgen blickt die Chemiebranche nach Brüssel, wo die EU-Kommission die deutschen Strompreisbefreiungen für die Großindustrie unter die Lupe nehmen will. Obwohl nur 60 der über 1600 Chemieunternehmen von den EEG-Entgelten befreit seien, drohten empfindliche Mehrbelastungen und Verzerrungen im internationalen Wettbewerb, warnt der VCI. Die Belastungen der Chemie-Industrie würden von jetzt 800 Millionen Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen. Derzeit könne man die Entwicklung nur abwarten.

Zukunft Spezialchemie

Die Zukunft der Chemieindustrie in Deutschland sieht der VCI in einer weiteren forschungsintensiven Spezialisierung. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des VCI wird der Anteil der Spezialchemie bis ins Jahr 2030 von jetzt 43,3 auf 46,6 Prozent der Produktion ansteigen. Dafür sei eine jährliche Aufstockung des Forschungsbudgets um vier Prozent notwendig. Deutschland werde zwar nicht mit dem globalen Chemiewachstum mithalten können, aber weiterhin ein wichtiger Anbieter nach China, USA, Japan und Indien bleiben.

Der BASF -Rivale wies für das zweite Quartal einen um 13 Prozent rückläufigen Nettogewinn von 1,03 Milliarden Dollar aus. DuPont ist nach seinem Börsenwert der größte Chemie-Konzern der USA. Der Umsatz des Unternehmens sank um ein Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar.

Firmenchefin Kullman erklärte, im zweiten Halbjahr werde der Gewinn signifikant über dem Niveau des Vorjahres liegen - unter anderem dank Impulsen aus dem Landwirtschaftsgeschäft. Vor Börseneröffnung in den USA zogen DuPont-Aktien daraufhin um vier Prozent an.

Von

rtr

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