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07.08.2012

13:03 Uhr

Chemiekonzern

Asien und Nordamerika treiben Lanxess-Ergebnis

Lanxess ist weiter auf Erfolgskurs - vor allem dank des starken Geschäfts in Asien: Der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk hat im zweiten Quartal den Gewinn stärker gesteigert als erwartet.

Der symbolische erste Spatenstich für ein neues Chemiewerk im Erdreich von Bitterfeld-Wolfen. dpa

Der symbolische erste Spatenstich für ein neues Chemiewerk im Erdreich von Bitterfeld-Wolfen.

LeverkusenDie Euro-Schuldenkrise sorgt beim Chemiekonzern Lanxess für schärferen Gegenwind. Nach einem Anstieg des operativen Gewinns im zweiten Quartal rechnet das Leverkusener Unternehmen für das zweite Halbjahr nur noch mit einem operativen Ergebnis annähernd auf Vorjahresniveau von 485 Millionen Euro. "Die Verunsicherung gerade in der von der Schuldenkrise beeinflussten Eurozone wirkt sich negativ auf das Bestellverhalten aus", sagte Konzernchef Axel Heitmann am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Am Jahresziel hielt Heitmann gleichwohl fest: Wie bisher rechnet Lanxess 2012 mit einem fünf- bis zehnprozentigen Zuwachs des bereinigten operativen Gewinns. 2011 stand ein Ergebnis von 1,15 Milliarden Euro in den Büchern.

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Wegen steigender Preise hat der Branchenverband VCI aber die Umsatzprognose erhöht.

An der Börse kamen die Aussagen nicht gut an. Die Aktie büßte 3,6 Prozent auf 58,68 Euro ein und war damit stärkster Verlierer im Nebenwerteindex MDax. Allerdings hatte das Papier seit Jahresbeginn gut 50 Prozent zugelegt.

Aus der Geschäftsprognose für das laufende Jahr ergibt sich ein erwartetes Ergebniswachstum von rund sechs Prozent. Heitmann zufolge besteht hier aber noch Luft nach oben hin. Der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk, der unter anderem in Autoreifen und Dichtungen verwendet wird, rechnet in Asien und in Lateinamerika mit einem eher moderaten Wirtschaftswachstum, in den USA mit einer leichten Wachstumsabschwächung. Den Lanxess-Aktionären stellte Heitmann dennoch eine Erhöhung der Dividende in Aussicht, nachdem für 2011 85 Cent je Aktie gezahlt worden waren.

Im zweiten Quartal profitierte das Unternehmen von Preisanhebungen und einer kräftigen Nachfrage aus Asien und Nordamerika. Zudem bekam Lanxess Unterstützung durch einen schwächeren Euro. Das Unternehmen setzte zwar 4,7 Prozent weniger ab, konnte seine Preise aber um 4,2 Prozent anheben. An der Preisschraube will Heitmann auch künftig weiter drehen. "Höhere Rohstoffpreise wollen wir wie in der Vergangenheit in den Markt weiter geben", sagte er.

Der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn (Ebitda) stieg im zweiten Quartal um 6,8 Prozent auf 362 Millionen Euro. Analysten hatten nur 355 Millionen Euro erwartet. Der Konzern setzte von April bis Juni 2,42 Milliarden Euro um - ein Plus von 8,1 Prozent. Der Konzernüberschuss sank allerdings wegen Kosten für Umbau einer Produktion in Brunsbüttel um 2,8 Prozent auf 176 Millionen Euro.

An der Strategie, vorrangig aus eigener Kraft zu wachsen und dies durch Zukäufe zu ergänzen, will Heitmann auch bei einem Ausbau der Investitionen festhalten. "Selbstverständlich ist da noch Raum für Zukäufe," sagte der Konzernlenker. Lanxess plant jetzt für 2012 mit Investitionen von 650 bis 700 Millionen Euro. Bislang lag die Planung bei 600 Millionen Euro.

Von

rtr

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