Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.08.2013

18:14 Uhr

Chemiekonzern

Auch Fitch senkt Rating-Ausblick für Lanxess

Nach den Bonitätsbewertern von Moody's senkt auch Fitch den Ausblick für die Zahlungsfähigkeit von Lanxess. Grund dafür ist die Annahme, dass sich die Sparte für synthetischen Kautschuk nur langsam erholen werde.

Das Logo des Spezialchemie-Konzerns Lanxess in Bitterfeld-Wolfen: Der Fitch-Bonitätsausblick ist „negativ“. dpa

Das Logo des Spezialchemie-Konzerns Lanxess in Bitterfeld-Wolfen: Der Fitch-Bonitätsausblick ist „negativ“.

FrankfurtNach Moody's hat nun auch Fitch den Rating-Ausblick für den Chemiekonzern Lanxess gesenkt. Die Ratingagentur stuft die Perspektiven für die Bonitätsnote des Unternehmens nun mit „negativ“ statt wie bislang mit „stabil“ ein, wie Fitch am Donnerstag mitteilte. Mit dem Schritt reagiere die Agentur auf die Abschwächung des Markts für synthetischen Kautschuk und die Unsicherheit, wann sich die Lage wieder verbessern werde. Aktuell bewertet Fitch die Bonität von Lanxess unverändert mit „BBB“.

Die Konkurrenzagentur Moody's hatte am Mittwoch bereits den Ausblick für ihr „Baa2“-Rating von Lanxess auf „negativ“ von zuvor „stabil“ herabgesetzt. Die Note „Baa2“ steht für eine durchschnittliche Kreditwürdigkeit.

Chemieindustrie in Deutschland

Überraschend guter Jahresschluss

Das Schlussquartal 2012 ist für die deutsche Chemieindustrie überraschend gut ausgefallen. Produktion, Preise wie auch Branchenumsatz haben gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Im Gesamtjahr war die Produktion allerdings rückläufig (-3,1 Prozent), damit verpasste die drittgrößte Industriebranche Deutschlands den zunächst erwarteten Rekordumsatz von 186,6 Milliarden Euro (+1,3 Prozent). Die Beschäftigtenzahl stieg um 2 Prozent auf 437 000.

Optimistischer Ausblick

Der Branchenverband VCI erwartet 2013 ein Umsatzplus von etwa 2 Prozent auf 190 Milliarden Euro. Die Produktion werde um 1,5 Prozent steigen, die Preise würden um 0,5 Prozent anziehen. Der VCI geht davon aus, dass sich „die Auftriebskräfte weiter durchsetzen“. Vor allem werde eine große Nachfrage außerhalb Europas erwartet, aber auch das Inlandsgeschäft stimme bislang zuversichtlich.

Sorgenvoller Blick nach Brüssel

Mit Sorgen blickt die Chemiebranche nach Brüssel, wo die EU-Kommission die deutschen Strompreisbefreiungen für die Großindustrie unter die Lupe nehmen will. Obwohl nur 60 der über 1600 Chemieunternehmen von den EEG-Entgelten befreit seien, drohten empfindliche Mehrbelastungen und Verzerrungen im internationalen Wettbewerb, warnt der VCI. Die Belastungen der Chemie-Industrie würden von jetzt 800 Millionen Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen. Derzeit könne man die Entwicklung nur abwarten.

Zukunft Spezialchemie

Die Zukunft der Chemieindustrie in Deutschland sieht der VCI in einer weiteren forschungsintensiven Spezialisierung. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des VCI wird der Anteil der Spezialchemie bis ins Jahr 2030 von jetzt 43,3 auf 46,6 Prozent der Produktion ansteigen. Dafür sei eine jährliche Aufstockung des Forschungsbudgets um vier Prozent notwendig. Deutschland werde zwar nicht mit dem globalen Chemiewachstum mithalten können, aber weiterhin ein wichtiger Anbieter nach China, USA, Japan und Indien bleiben.

Der Chemiekonzern hatte wegen der Dauerkrise des Automarkts in Europa sein Ergebnisziel für 2014 gekippt. Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk, der unter anderem in Reifen, Dichtungen und Schläuchen verwendet wird.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×