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10.07.2013

16:20 Uhr

Chemiekonzern

BASF spricht sich für Schiefergas-Förderung aus

BASF kämpft weiter für die Schiefergas-Förderung, um die Energieversorgung in Europa zu sichern. Vorgemacht haben das die USA: Dort sanken die Gaspreise und verschafften dem Produktionsort USA einen Wettbewerbsvorteil.

Ein Mitarbeiter der BASF Werke steigt an einem Öltank hinunter. Der deutsche Chemiekonzern spricht sich weiter für die Schiefergas-Förderung aus. dapd

Ein Mitarbeiter der BASF Werke steigt an einem Öltank hinunter. Der deutsche Chemiekonzern spricht sich weiter für die Schiefergas-Förderung aus.

FrankfurtDer Chemiekonzern BASF hält wegen der Bedeutung einer sicheren Energieversorgung in Europa die Erschließung von Schiefergasvorkommen für notwendig. Derzeit liege bei Erdgas der Anteil der Eigenversorgung in Europa noch bei rund 30 Prozent, sagte BASF-Vorstand Harald Schwager am Mittwoch auf einer Konferenz zum Thema Energie-Sicherheit in Frankfurt. Dieser Anteil wird laut BASF-Schätzungen in den nächsten Jahren bis 2020 aber auf rund 25 Prozent sinken. „Daher werden wir nicht darum herumkommen, das Schiefergaspotenzial in Europa zu erschließen“, sagte Schwager. Der Manager ist im Führungsgremium des Ludwigshafener Konzerns unter anderem für die Öl- und Gasgeschäfte und für die Region Europa zuständig.

In den USA hat die Erschließung großer Schiefergasvorkommen zu Umwälzungen auf dem Gasmarkt geführt. Die Gaspreise sind deshalb zeitweise auf rund ein Viertel des Niveaus in Europa gefallen. Die Industrie befürchtet, dass durch die niedrigen Gaspreise künftig ein erheblicher Wettbewerbsvorteil für den Produktions- und Verarbeitungsstandort USA entstehen könnte. BASF hatte bereits wiederholt Interesse an einer Schiefergasförderung in Europa und Südamerika bekundet.

Ergebnis ausgewählter BASF-Sparten 2012

Chemie

Umsatz 2012 - 13,8 Milliarden Euro (plus 6,7 Prozent)

Gewinn 2012 (vor Steuern und Zinsen) - 1,72 Milliarden Euro (minus 29,6 Prozent)

Kunststoffe

Umsatz 2012 - 11,4 Milliarden Euro (plus 3,7 Prozent)

Gewinn 2012 (vor Steuern und Zinsen) - 874 Millionen Euro (minus 30,6 Prozent)

Öl und Gas

Umsatz 2012 - 16,7 Milliarden Euro (plus 38,6 Prozent)

Gewinn 2012 (vor Steuern und Zinsen) - 3,9 Milliarden Euro (plus 84,9 Prozent)

Agrar

Umsatz 2012 - 4,68 Milliarden Euro (plus 12,3 Prozent)

Gewinn 2012 (vor Steuern und Zinsen) - 1,03 Milliarden Euro (plus 27 Prozent)

Zum wichtigen Ölfördergeschäft der Kasseler BASF-Tochter Wintershall in Libyen sagte der Manager: „Die Sicherheitslage als solche ist nach wie vor schwierig.“ Schwager verwies unter anderem auf Streiks der Hafenarbeiter, von denen auch Exportterminals betroffen gewesen seien. Im Juni war Wintershall in dem nordafrikanischen Land auf eine Ölproduktion von 85.000 Barrel am Tag gekommen. Vor dem Sturz des Gaddafi-Regimes im Jahr 2011 waren es noch 100.000 Barrel pro Tag. Dieses Niveau soll nach früheren Angaben von Winterhall in diesem Jahr wieder erreicht werden. Bei anderen Produzenten hatten zuletzt Proteste die Förderung auf dem großen Ölfeld El Feel zeitweilig lahm gelegt.

Die Verträge mit Gazprom zum libyschen Fördergeschäft von Wintershall stehen laut Schwager nicht zur Debatte. „Da ist auch keine Änderung vorgesehen“, sagte der BASF-Manager. Seit einer Vereinbarung aus dem Jahr 2007 ist Gazprom mit 49 Prozent an einer Wintershall-Gesellschaft beteiligt, die Explorations- und Produktionsbeteiligungen in dem nordafrikanischen Land hält. Mit Gazprom arbeitet BASF schon seit vielen Jahren zusammen. In Russland erschließen beide Konzerne riesige Gasvorkommen in Sibirien.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Numismatiker

10.07.2013, 16:46 Uhr

Gestern lief auf ARTE die Dokumentation "Gasland", die sich mit den negativen Aspekten von Fracking auseinandersetzt.

Fazit:

in den USA wird in großem Stil Luft, Wasser und Boden dauerhaft verseucht und die Menschen in der Umgebung werden unheilbar krank.

Account gelöscht!

10.07.2013, 16:50 Uhr

Das ist aber schön, daß BASF-Wintershall uns so selbstlos Tips zur künftigen Energieversorgung gibt.

Meine Empfehlung ist aber nach wie vor: es pressiert nicht mit dem Fracking-Unsinn. Laßt uns zuerst einmal die Entwicklung in den USA abwarten (wo es mittlerweile schon die ersten Zweifel an den Prognosen gibt - der Ölpreis wird übrigens auch deshalb hoch gehalten, weil sich sonst Fracking nicht lohnt und der US-"Aufschwung" propagandamäßig kollabiert), bevor wir damit unsere dichtbesiedelte Landschaft ruinieren.
Zumal diese "Geschäfte" immer gut fürs Energiekartell und die dahinterstehende Hochfinanz waren, nie jedoch für die Förderländer (siehe derzeit auch "Arabischer Frühling" wegen Gas und Gaspipelines, siehe Finanzkrieg gegen Griechenland und Zypern).

Das östliche Mittelmeer von Tunesien an "schwimmt" auf Gasfeldern, die ohne Fracking auskommen können. Länder wie Griechenland könnten damit längerfristig ihre Handelsbilanzdefizite abbauen und schon jetzt (da damit kreditwürdig) ihre Schuldensituation verbessern.

Hier ein paar Links, nicht bzgl Griechenland (dessen Förderung offenbar schon jahr(zehnt)e-lang blockiert wird) sondern:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/israels-energiepolitische-gesamtstrategie-wird-erkennbar.html

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/dimitrij-minin/erfuellen-sich-die-israelischen-erdgas-hoffnungen-vorwuerfe-gegen-israel-erdgas-aus-vorkommen-in-g.html

"UNSERE" Fracking-Vorkommen laufen nicht davon und die Fördermethoden werden mit der Zeit sicherlich nur besser und umweltfreundlicher.

Wo sind eigentlich die Grünen, wenn man sie mal braucht. Ein Rießen-Aufschrei wäre angebracht!!!!! Aber es ist ja bekannt, daß diese Partei, wie keine andere von den Amis "aufgekauft" wurde. Ich bin mir sicher, der Professor Joschka Fischer würde da genauso zustimmen wie der Bilderberger Trittihn - der sich gerade als Enteignungsspezialist für deutsche Vermögen für das Elitenprojekt EUdSSR warmläuft.

vandale

10.07.2013, 16:54 Uhr

Gasland ist ein recht primitiver Oekopropagandafilm. Als Erwachsener mit Schulbildung sollte so ein Film peinlich sein.

Vandale

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