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31.10.2011

15:53 Uhr

Chemiekonzern

BASF will erste Gen-Kartoffel zum Verzehr anbauen

Der Chemiekonzern BASF hat die Zulassung einer neuen Gen-Kartoffel in Europa beantragt. Wenn es nach dem Unternehmen geht, sollen auch Menschen das genetisch veränderte Gemüse essen.

Die gentechnisch veränderte Kartoffel "Amflora": Die Regelungen für Gen-Kartoffeln sind auf dem Prüfstand. dpa

Die gentechnisch veränderte Kartoffel "Amflora": Die Regelungen für Gen-Kartoffeln sind auf dem Prüfstand.

FrankfurtDer Chemieriese BASF will eine neue Genkartoffel nach Europa bringen. Das Unternehmen habe bei der EU die Zulassung der gentechnisch veränderten Speisekartoffel "Fortuna" beantragt, teilte der Dax-Konzern am Montag mit. Der Antrag umfasse den kommerziellen Anbau sowie die Nutzung als Lebens- und Futtermittel in der Union. BASF habe 2003 mit den Forschungsarbeiten für die neue Kartoffel begonnen und Fortuna über sechs Jahre in Feldversuchen getestet. Mit einer Markteinführung werde für den Zeitraum 2014/15 gerechnet.

Das wäre wesentlich schneller als die Zulassung für die erste Genkartoffel von BASF in Europa: Für Amflora, die nicht für den Verzehr, sondern für industrielle Zwecke gedacht ist, hatte die EU im März 2010 nach jahrelangem Ringen den Anbau erlaubt. Der Streit um die Zulassung hatte 13 Jahre gedauert. Die Genknolle hat einen höheren Stärkegehalt als andere Kartoffeln und kann etwa in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie eingesetzt werden.

Bei Fortuna handelt es sich um die Weiterentwicklung einer besonders bei Herstellern von Pommes Frites beliebten Knollensorte. Forscher der BASF haben sie mit einem vollständigen Schutz gegen die Kraut- und Knollenfäule ausgestattet. Diese Kartoffelerkrankung wird durch den pilzartigen Erreger verursacht. Bis zu 20 Prozent der jährlichen Ernteeinbußen weltweit gehen darauf zurück.

Auf die Hersteller von genetisch veränderter Pflanzen könnten in Deutschland aber schwere Zeiten zukommen. Bundesagrarministerin Ilse Aigner hatte vor knapp zwei Monaten angekündigt, wegen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs die Regeln für den Umgang mit genetisch veränderten Lebensmitteln zu prüfen. So könnte beispielsweise der Sicherheitsabstand zwischen Feldern mit genveränderten Pflanzen und solchen mit natürlichem Erbgut deutlich vergrößert werden.

Von

rtr

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