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31.10.2012

12:15 Uhr

Chemiekonzern

Clariant knickt unter Konjunkturflaute ein

Der Chemiekonzern Clariant wird seine Umsatzprognose nicht mehr halten können. Das gaben die Schweizer nun selbst bekannt. Seine mittelfristigen Ziele sieht das Unternehmen allerdings nicht in Gefahr.

Clariant geht für das Gesamtjahr nur noch von stagnierenden Umsätzen aus. Reuters

Clariant geht für das Gesamtjahr nur noch von stagnierenden Umsätzen aus.

ZürichDie Wirtschaftsflaute in Europa hat auch dem Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant einen herben Gewinneinbruch beschert. "Die globale Wirtschaft hat sich weiter verschlechtert, und das Wachstum in Schwellenmärkten konnte den Rückgang in Europa nicht mehr ausgleichen", sagte Konzernchef Hariolf Kottmann am Mittwoch. Die Umsatzprognose sei nicht mehr zu halten.

Im dritten Quartal fiel der Reingewinn um 40 Prozent auf 49 Millionen Franken. Damit reihte sich der der Baseler Konzern in die Riege großer Chemieunternehmen ein, die angesichts des härteren Wirtschaftsumfelds ihre Erwartungen zurückgenommen haben und teilweise mit massiven Stellenstreichungen reagieren.

Die Anleger reagierten prompt: In einem unveränderten Gesamtmarkt verloren die Clariant-Aktien zeitweise mehr als sechs Prozent auf 10,16 Franken. Der Vergleichsindex legte dagegen leicht zu.

Clariant steigerte zwar seinen Umsatz um drei Prozent auf 1,923 Milliarden Franken, doch war dies zum größten Teil auf Währungsgewinne und Preiserhöhungen sowie die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Rohstoffpreise zurückzuführen. "Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich nicht so stabilisiert, wie wir das erwartet hatten," sagte Finanzchef Patrik Jany der Nachrichtenagentur Reuters.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Clariant bleibe daher mit den neuen Zielen leicht unter dem bisherigen Ausblick. So geht der Konzern für das Gesamtjahr nur noch von stagnierenden Umsätzen aus, wie Jany sagte. Bislang hatte Clariant ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen angestrebt.

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