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14.02.2013

12:30 Uhr

Chemiekonzern

Clariant macht weniger Gewinn

Wegen des schwierigen konjunkturellen Umfelds ist der Gewinn des Schweizer Spezialchemiekonzerns 2012 um 13 Millionen Franken gesunken. Trotzdem will Clariant die Dividende erhöhen.

Der Spezialchemiekonzern Clariant musste 2012 einen Gewinnrückgang hinnehmen. Reuters

Der Spezialchemiekonzern Clariant musste 2012 einen Gewinnrückgang hinnehmen.

FrankfurtDer radikale Konzernumbau zahlt sich beim Schweizer Spezialchemie-Unternehmen Clariant langsam aus. Zwar ging der Gewinn des Baseler Konzerns im vergangenen Jahr wegen der schwachen Konjunktur in vielen Ländern Europas zurück. Doch die Trennung von schwankungsanfälligen Sparten und Einsparungen machten die Geschäfte bereits im Schlussquartal 2012 rentabler.

Konzernchef Hariolf Kottmann versprach am Donnerstag weitere Verbesserungen in diesem Jahr: "2013 werden wir uns nun auf das Wachstum der sieben verbleibenden Kerngeschäftseinheiten konzentrieren." Den Aktionären stellte er für 2012 eine um zehn Prozent auf 0,33 Franken angehobene Dividende in Aussicht. An der Börse kam das sehr gut an: Clariant-Titel legten zeitweise mehr als vier Prozent zu. Das seien solide Ergebnisse in einem schwierigen Umfeld gewesen, kommentierte die Züricher Kantonalbank.

Die Zahlen aus dem fortgeführten Geschäft sorgten für Beruhigung, urteilten auch die Analysten der UBS. Kottmann hatte bei Clariant einen massiven Umbau eingeleitet. Im Dezember gab er drei kleinere Sparten für insgesamt 502 Millionen Franken an die amerikanische Beteiligungsgesellschaft SK Capital ab, um die Konjunktur-Anfälligkeit zu verringern. Der Verkauf soll bis Ende des zweiten Quartals abgeschlossen sein. Auch die Bereiche Lederchemie sowie Reinigungschemikalien und Zwischenprodukte sollen abgestoßen werden. "Falls wir diese zweite Welle (von Verkäufen) bis Ende 2013 abschließen, wäre das ein exzellentes Ergebnis", sagte Kottmann.

Im vergangenen Jahr schrumpfte der Gewinn einschließlich der nicht weitergeführten Geschäfte um fünf Prozent auf 238 Millionen Franken. Die schwache Entwicklung in Südeuropa habe sich in der zweiten Jahreshälfte auf den gesamten Kontinent übertragen, erklärte Clariant. Vor allem im Geschäft mit Pigmenten und Zusatzstoffen machte sich die schwache Nachfrage bemerkbar - die Bestellungen aus der Elektronikindustrie waren mager.

Konzernchef Kottmann äußerte sich dennoch zufrieden: Die Mehrheit der Geschäftseinheiten habe sich positiv entwickelt. So baute Clariant 2012 im fortgeführten Geschäft seinen Umsatz um acht Prozent auf 6,04 Milliarden Franken aus. Dabei profitierte der Konzern vom Katalysatoren- und Energie-Geschäft der Münchener Süd-Chemie, die Clariant vor etwa zwei Jahren für rund zwei Milliarden Euro übernommen hatte. Ohne Zukäufe stagnierte der Umsatz: Clariant hob 2012 die Preise um zwei Prozent an, was einen gesunkenen Absatz wettmachte.

Im laufenden Jahr will Clariant seinen Umsatz in Lokalwährungen ausbauen und seine Ertragskraft weiter verbessern. Dabei setzt Kottmann vor allem auf die Schwellenländer. Zudem bekräftigte der Vorstandschef die mittelfristige Prognose: Clariant will 2015 eine operative Rendite (Ebitda-Marge vor Einmaleffekten) von über 17 Prozent erzielen. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres legte sie bereits auf 14,9 Prozent von 14,3 Prozent im Vorjahreszeitraum zu. Die Rendite auf das investierte Kapital soll 2015 über dem Branchendurchschnitt liegen.

Von

rtr

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