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03.05.2012

12:56 Uhr

Chemiekonzern

Clariant mit deutlichem Gewinnrückgang

Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant hat im Auftaktquartal einen überraschend deutlichen Gewinnrückgang erlitten. Beim Umsatz konnte der Konzern aber zulegen. Der Ausblick wurde bestätigt.

Clariant-Werk bei Basel. Reuters

Clariant-Werk bei Basel.

ZürichDer Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant bleibt trotz eines überraschenden Gewinneinbruchs zu Jahresbeginn optimistisch. „Wir gehen davon aus, dass wir uns von Quartal zu Quartal weiterentwickeln“, sagte Finanzchef Patrick Jany. Während 2011 noch von einem starken Auftaktquartal geprägt worden sei, dürfte es dieses Jahr umgekehrt laufen, prognostizierte er. Der Reingewinn des BASF -Konkurrenten schrumpfte im ersten Quartal auf 20 Millionen Franken (16,6 Millionen Euro) von 120 Millionen Franken im Vorjahr. Als Grund nannte Clariant Integrationskosten durch die Übernahme der Münchner Süd-Chemie Anfang letzten Jahres, eine niedrigere Auslastung der Produktionskapazitäten in den Bereichen Farbgranulate und Pigmente sowie das schwache Geschäft mit Katalysatoren.

Gerade im Geschäft mit Farbgranulaten, sogenannten Masterbatches, sieht Clariant jetzt aber Licht am Ende des Tunnels. In zyklischen Geschäftsfeldern wie den Chemikalien für die Öl- und Bergbauindustrie läuft es für den Konzern ohnehin gut. Zudem habe sich die Nachfrage in Europa, wo Clariant weiterhin bis zu 45 Prozent seiner Umsätze erzielt, stabilisiert.

Ein starkes zukünftiges Gewinnwachstum verspricht sich der Konzern von dem im Februar übernommenen Süd-Chemie-Katalyse-Geschäft, das im abgelaufenen Quartal einen Rekord-Auftragseingang verbuchte. Dank der Übernahme konnte Clariant im abgelaufenen Quartal beim Umsatz 13 Prozent auf 1,95 Milliarden Franken zulegen. Analysten waren im Durchschnitt von einem Reingewinn von 55 Millionen und einem Umsatz von 1,97 Milliarden Franken ausgegangen.

Obwohl der Reingewinn schwächer als erwartet ausfiel, überwogen Analysten zufolge die positiven Aspekte des Quartalsberichts. Die Clariant-Aktie legte über drei Prozent zu.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Clariant weiterhin mit einem organischen Wachstum in Lokalwährungen und einer Profitabilität auf Vorjahresniveau. Auf die wirtschaftliche Erholung allein will das Unternehmen aber nicht setzen. „Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft uns bei unseren Zielen nicht helfen wird, sondern dass wir die Profitabilität steigern müssen“, sagte der Finanzchef.

Insbesondere die in den letzten drei Jahren durchgeführten Verlagerungen des Textil-Geschäfts nach Asien dürften in der zweiten Jahreshälfte einen spürbaren Beitrag zum Erreichen des Rentabilitätsziels liefern, stellte Jany in Aussicht. Zudem will Clariant, ebenso wie BASF, die Verkaufspreise weiter erhöhen.

Der Schweizer Konzern will überdies die Abspaltung unprofitabler Geschäftsbereiche vorantreiben. In den vergangenen drei Jahren habe man Bereiche wie Textil, Papier und Leder sowie das Geschäft mit chemischen Reinigungsmitteln fitgemacht. Die konzernweit anvisierte Ebit-Marge von 17 Prozent im Jahr 2015 sei in diesen Bereichen aber nicht realisierbar, sagte der Finanzchef. Daher sehe sich der Konzern nach einem möglichen Partner oder Käufer um.

Von

rtr

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