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05.04.2006

15:50 Uhr

Chemiekonzern

Cognis ist auf Partnersuche

VonSiegfried Grass

Die Zeit scheint günstig: Der in Monheim ansässige Chemiekonzern Cognis und seine Investoren suchen einen neuen Eigentümer. „Angesichts der attraktiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ habe man sich entschieden, „strategische Optionen für Cognis zu prüfen und zu verfolgen“, heißt es in einer kurzen Mitteilung. Cognis wird dabei von den Investmentbanken Goldman Sachs und J.P. Morgan unterstützt.

HB MONHEIM. Der weltweit tätige Spezialchemieanbieter Cognis ist 1999 aus dem Chemiebereich des Düsseldorfer Henkel-Konzerns hervorgegangen, seit November 2001 ist er im Besitz von Private Equity Fonds, die von Permira, GS Capital Partners und SV Life Sciences beraten werden. Cognis stellt sich als weltweiter Anbieter von Produkten der Spezialchemie und von Inhaltsstoffen für Nahrungsmittel dar. Das Unternehmen beschäftigt rund 8000 Mitarbeiter und verfügt über Produktionsstätten und Servicecenter in 30 Ländern.

Doch es dürfte – angesichts der von Cognis vorgelegten Zahlen für 2005 – nicht einfach sein, einen attraktiven Partner zu finden. Auch vier Jahre nach der Abspaltung aus der Henkel-Gruppe schreibt Cognis rote Zahlen. Vor allem durch Wertberichtigungen und Effekte aus Fremdwährungsschulden ist der Nettoverlust im vergangenen Jahr auf 136 (Vorjahr: -27) Mill. Euro gestiegen. Bei der Einbringung ihres Oleochemie-Geschäft in das gleichberechtigte Joint Venture mit Golden Hope Plantations Berhad, Malaysia, mussten allein 61 Mill Euro wertberichtigt werden

Da Cognis sehr viele Schulden auf Dollar-Basis fakturiert hat, führte vor allem die damit verbundene Aufwertung von 65 Mill. Dollar zu einer höheren Nettoverschuldung von 1,594 (1,513) Mrd. Euro. Bei einem Börsengang würde allein schon für die Tilgung der Schulden ein hoher Teil des Emmissionserlöses verwendet werden.

Hoffnung schöpft Cognis-CEO Antonio Trius vor allem auf die neue strategische Ausrichtung auf die Trends „Wellness und Sustainability“, was von der Haarreinigung bis zu Waschmitteln reicht. Hier verweist Trius auf Analysten, die ein Wachstum dieses Marktes weltweit bis zum Jahr 2010 auf eine Billion US-Dollar erwarten. Mit knapp 40 Prozent Umsatzanteil und einem Umsatzplus von 9,3 Prozent ist dies eindeutig der größte Bereich von Cognis. Die anderen Bereiche verbesserten sich nur geringfügig, der Bereich „Process Chemicals“ erzielte sogar einen um 10,4 Prozent geringeren Umsatz als im Vorjahr. Hier wurde jedoch ein Produktbereich verkauft und auch die Veränderungen auf den internationalen Textilmärkten bekam Cognis voll zu spüren.

So fasst Trius zusammen: „Unsere Geschäftsentwicklung in 2005 zeigt ein gemischtes Bild mit schwierigen Rahmenbedingungen in Märkten wie Textil, Vitamin E und Glycerin.“ Auch höhere Rohstoff- und Energiekosten haben das Ergebnis negativ beeinflusst.“ Dass dennoch der Umsatz um 3,3 Prozent auf 3,176 Mrd. Euro gesteigert werden konnte, ist der Ausrichtung auf neue attraktive Märkte zu verdanken. So erwartet Trius auch eine "signifikante Verbesserung" des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im laufenden Jahr. Dabei geht er von einer Stabilisierung der Rohstoff- und Energiepreise und einer verbesserten Verfügbarkeit von Rohstoffen im laufenden Jahr aus. Für das Nettoergebnis gebe es keine Prognose.

Mit der einstigen Mutter Henkel gibt es inzwischen nicht mehr so enge Verknüpfungen, wie Tius erklärte. Knapp sechs Prozent des Umsatzes werden noch mit Henkel erzielt.

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