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18.06.2012

14:33 Uhr

Chemiekonzern

Evonik sagt Börsengang ab

Es sollte der Börsengang des Jahrzehnts werden, doch jetzt wird nichts daraus. Evonik hat den für Ende Juni geplanten Gang aufs Parkett abgesagt. Die Lage an den Finanzmärkten müsse einen angemessenen Preis ermöglichen.

Evonik hat den geplanten Börsengang abgesagt. dpa

Evonik hat den geplanten Börsengang abgesagt.

EssenDer milliardenschwere Börsengang des Chemieriesen Evonik ist abgesagt. „Das Kuratorium der RAG-Stiftung hat heute der Entscheidung des Vorstands zugestimmt, die Vorbereitung des laufenden Börsengangs der Evonik Industries AG zu beenden“, teilte der Mehrheitseigner RAG-Stiftung am Montag mit. Der bei einem Börsengang erzielbare Preis sei „zu weit von einer angemessenen Bewertung der Evonik entfernt“, hieß es zur Begründung.

Bei Beratungen mit den für den Börsengang zuständigen Banken sei klargeworden, dass zentrale Voraussetzungen für den Sprung aufs Börsenparkett nicht erfüllt seien, hatten drei mit dem Vorgang vertraute Personen bereits am Sonntag Reuters gesagt.

Bei dem Gespräch habe sich gezeigt, dass es trotz monatelanger Vorbereitungen der Banken Deutsche Bank und Goldman Sachs weder die vom Mehrheitseigner geforderte Klarheit für die Preisspanne und das Volumen eines Börsenganges gebe, noch verbindliche Zusagen von Investoren, Evonik-Anteile zu zeichnen.

In den Gesprächen während der letzten Woche hätten zwar viele große Investoren ihre Bereitschaft zu einem Engagement bei Evonik bekundet. Doch sei wegen der Sorge über die Entwicklung der Eurozone kein angemessener Preis zu erzielen, betonte die Stiftung. Aus Sicht der beiden Evonik-Aktionäre - der RAG-Stiftung und des Finanzinvestors CVC - und des Unternehmens sei deshalb ein Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu rechtfertigen.

„Evonik ist nach wie vor in glänzender Verfassung; ihr Börsengang kann aber erst ins Auge gefasst werden, wenn die Lage auf den Finanzmärkten einen angemessenen Erlös ermöglicht“, hieß es in der Erklärung der Stiftung.

Der Erlös aus dem Verkauf eines Teils der Evonik-Aktien soll der RAG-Stiftung zur Finanzierung der „Ewigkeitslasten“ nach dem Auslaufen des deutschen Steinkohlenbergbaus im Jahr 2018 dienen. Dazu gehören etwa die Kosten für das auch nach der Stilllegung der letzten Zechen weiterhin notwendige Absenken des Grundwasserspiegels im Ruhrgebiet. Denn durch den Steinkohlebergbau sind Teile des Reviers so tief abgesunken, dass sich die Region ohne die Arbeit der großen Pumpanlagen in eine Seenlandschaft verwandeln würde.

Die RAG-Stiftung ist Mehrheitseigner von Evonik, die übrigen 25,01 Prozent der Anteile liegen beim Finanzinvestor CVC.

Kommentare (1)

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18.06.2012, 14:24 Uhr

Gut so, Glück gehabt, Evonik.

So 'aufregend' ein Börsengang auch sein mag - sich leichtfertig den drangsalierenden Meinungsbildungsmechanismen des Kapitalmarktes zu unterwerfen, grenzt an Masochismus.

Das Börsengeschehen in der heutigen Zeit hat nichts mehr mit solidem Wirtschaften und legitimer 'Marktpreisfindung' zu tun - sondern man setzt sich missbräuchlich meinungsmanipulierenden Akteuren aus, die in rein egoistischer Durchtriebenheit den Firmenwert manipulieren.

UNSERIÖS und GESELLSCHAFTSFEINDLICH.

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