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23.07.2014

17:12 Uhr

Chemiekonzern

Gewinn von Dow Chemical bricht ein

Ernüchternde Ergebnisse im zweiten Quartal: Der Überschuss des amerikanischen Chemieunternehmens Dow Chemical schrumpft um mehr als 60 Prozent. Den Umsatz kann Dow hingegen um zwei Prozent ausbauen.

Chemiewerk in Freeport, Texas (USA): Der Pharmariese legte ein schlechtes zweites Quartal hin. ap

Chemiewerk in Freeport, Texas (USA): Der Pharmariese legte ein schlechtes zweites Quartal hin.

BangaloreDer amerikanische Chemiekonzern Dow Chemical hat einen herben Gewinneinbruch verzeichnet. Der Überschuss schrumpfte im zweiten Quartal um 62 Prozent auf 882 Millionen Dollar, wie das größte US-Chemieunternehmen am Mittwoch mitteilte. Allerdings hatte der BASF-Konkurrent aus Midland im US-Bundesstaat Michigan vor einem Jahr noch von einer Entschädigungszahlung in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar aus Kuwait profitiert, nachdem dort 2008 ein großes Petrochemie-Joint-Venture geplatzt war.

Seinen Umsatz steigerte Dow Chemical im Zeitraum von April bis Juni binnen Jahresfrist hingegen um zwei Prozent auf 14,9 Milliarden Dollar. In vier von sechs Sparten konnte der Chemieriese seine Gewinnmargen erhöhen.

„Wir konzentrieren uns darauf, Verbesserungen in der Geschäftsaufstellung voranzutreiben“, erklärte Konzernchef Andrew Liveris. Nicht strategische Aktivitäten würden zu Geld gemacht - zusätzliche Werte würden aus Gemeinschaftsfirmen erzielt. Bei Investoren kam dies gut an: Die Dow-Chemical-Aktie gewann zeitweise 1,7 Prozent auf 53,21 Dollar.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Dow Chemical prüft derzeit, sich von einer Reihe von Geschäftsteilen zu trennen, was dem Konzern bis Ende 2015 bis zu rund sechs Milliarden Dollar einbringen soll. Dazu zählen unter anderem Geschäfte mit Epoxid-Harzen und Chlor-Derivaten. Gleich anderen US-Chemiekonzernen wie etwa Du Pont fordern auch bei Dow Investoren die Trennung von konjunkturanfälligen Sparten, um die operative Rendite zu verbessern. So will der Investor Daniel Loeb das Dow-Management dazu bewegen, schwankungsanfällige, rohstoffnahe Geschäfte abzuspalten. Bislang ist das Dow-Management aber darauf nicht eingegangen.

Im zweiten Quartal profitierte Dow Chemical auch von geringeren Rohstoffkosten. So sanken die Aufwendungen für Ethan, einem wichtigen Ausgangsstoff für Plastik. Nicht so rund lief es hingegen im Geschäft mit Agrochemikalien - der operative Spartengewinn ging zurück. Gleich anderen Agrochemie-Herstellern wie Syngenta spürte auch Dow den verzögerten Start in die nordamerikanische Anbausaison. Der Winter war in vielen Landesteilen lang und teilweise extrem eisig - das bremste die Nachfrage nach Agrochemie-Produkten.

Von

rtr

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