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12.11.2013

10:29 Uhr

Chemiekonzern

Lanxess schrammt knapp an Verlust vorbei

Ein schwacher Dollar und fallende Preise für künstlichen Kautschuk drücken das Ergebnis von Lanxess. Der Nachsteuergewinn bricht um fast 90 Prozent ein. Konzernchef Axel Heitmann grenzt die Prognose für das Jahr ein.

Der Schriftzug des Spezialchemie-Herstellers Lanxess an der neuen Unternehmenszentrale in Köln: Vor allem die Autokrise in vielen Teilen Europas setzt den Rheinländern augenblicklich zu. dpa

Der Schriftzug des Spezialchemie-Herstellers Lanxess an der neuen Unternehmenszentrale in Köln: Vor allem die Autokrise in vielen Teilen Europas setzt den Rheinländern augenblicklich zu.

KölnEin Preisverfall im wichtigen Kautschukgeschäft und der starke Euro machen dem Chemiekonzern Lanxess zu schaffen. Der operative Gewinn (Ebitda) brach im dritten Quartal vor Sondereinflüssen um 26,4 Prozent auf 187 Millionen Euro ein, wie der Kölner Konzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten noch weniger erwartet. Der Nachsteuergewinn stürzte sogar um fast 90 Prozent auf elf Millionen Euro von Juli bis September.

Auch für die verbleibenden Wochen des Jahres bleiben die Aussichten trübe. Zwar ziehe der Absatz inzwischen wieder an, erklärte Konzernchef Axel Heitmann. „Dennoch ist es aus unserer Sicht immer noch zu früh von einer grundsätzlichen Erholung der Geschäfte zu sprechen.“ Das Marktumfeld in der Reifen- und Autobranche bleibe schwierig, die Konjunkturdynamik im vierten Quartal verhalten.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Lanxess-Chef Heitmann äußerte sich nun vorsichtiger zum Geschäftsausblick für das laufende Jahr als noch zuletzt. Das Chemieunternehmen erwartet für 2013 jetzt ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen einen operativen Gewinn von 710 bis 760 Millionen Euro. Bislang hatte sich der Dax-Konzern 700 bis 800 Millionen Euro zugetraut. Noch 2012 hatte ein Rekordergebnis von 1,2 Milliarden Euro in den Büchern gestanden.

Vor allem die Autokrise in vielen Teilen Europas setzt den Rheinländern augenblicklich zu. Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk für die Reifenindustrie. Um die Erträge zu sichern, hatte Konzernchef Heitmann bereits ein Sparprogramm angeschoben, das auch den Abbau von 1000 der zuletzt 17.500 Stellen bis Ende 2015 vorsieht.

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