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01.09.2011

10:37 Uhr

Chemiekonzern

Merck setzt auf Boommarkt China

2010 hatte Merck einen Laborausrüster übernommen und sich damit ein drittes Standbein geschaffen. Jetzt soll die Sparte ausgebaut werden - und zwar in China. Das Land sei die "Wachstumschance in den nächsten Jahren".

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck setzt auf den Boommarkt China. dpa

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck setzt auf den Boommarkt China.

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck setzt mit seiner neue Laborzuliefersparte Millipore auf den Boommarkt China. „China ist die dominante Wachstumschance in den nächsten Jahren“, sagte Merck-Chemiechef Bernd Reckmann. „Wir werden das mit den notwendigen Investitionen über die Jahre begleiten.“ Die Sparte hatte erst im Mai in Shanghai ein neues Zentrum bezogen und erhofft sich dadurch einen besseren Marktzugang. Merck werde im Reich der Mitte künftig auch mehr produzieren, sagte der Manager.

Merck hatte 2010 den US-Laborausrüster Millipore für rund fünf Milliarden Euro übernommen. Neben der Arzneimittelsparte und dem Chemiegeschäft mit Flüssigkristallen und Pigmenten besitzt der Konzern nun mit Merck Millipore ein drittes Standbein. Aktuell ist Merck im Laborausrüstergeschäft die Nummer drei hinter den US-Konzernen Thermo Fisher und Life Technologies.

Die Eingliederung der Millipore-Geschäfte läuft Reckmann zufolge planmäßig: „Wir sind massiv vorangekommen mit der Integration.“ Die bis Ende 2012 erwarteten Einsparungen von rund 75 Millionen Euro aus dem Zusammenschluss würden erreicht. Auch bei den erwarteten Integrationskosten von 150 Millionen Euro gebe es keine Änderung. „Es bleibt bei der Zahl.“

Im laufenden Jahr peilt die durch die Übernahme erheblich ausgebaute Laborzulieferer-Sparte, die unter anderem Filtermembranen, Reagenzien und Geräte zur Herstellung von hochreinem Wasser für die Pharmabranche produziert, einen Umsatzzuwachs von rund 50 Prozent auf etwa 2,4 Milliarden Euro an. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Merck die Übernahme erst Mitte 2010 abschloss.

Eine mittelfristige Prognose gab Reckmann nicht. Er deutete aber an, dass in dem Geschäft Wachstumsraten im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich üblich sind. Aktuell liege das organische Wachstum im Millipore-Bereich Process Solutions über dem Marktwachstum, die anderen Bereichen der Sparte wachsen genauso schnell wie der Markt, sagte Reckmann.

Das Laborausrüster-Geschäft will der Konzern auch durch Übernahmen erweitern. „Wir werden kleinere technologiegetriebene Akquisitionen auch in den nächsten Jahren als Teil unserer Wachstumsstrategie sehen“, sagte Reckmann. Das betrifft vor allem den Millipore-Bereich Bioscience, der beispielsweise Geräte und Verbrauchsmaterial für die Protein- und Zellforschung herstellt. „Wir werden nicht die große Akquisition sehen, die einfach mehr Geschäft bringt.“

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