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24.07.2014

09:28 Uhr

Chemiekonzern

Öl und Gas belebt BASF-Geschäft

Das Geschäft des Chemiekonzerns BASF läuft dank steigender Industrienachfrage besser, doch die Aktie gibt deutlich nach. Das Gashandelsgeschäft dürfte im Herbst an den russischen Staatskonzern Gazprom abgegeben werden.

BASF-Stammwerk in Ludwigshafen. dpa

BASF-Stammwerk in Ludwigshafen.

LudwigshafenEine kräftige Nachfrage nach Chemikalien aus der Industrie und Zuwächse im Öl- und Gasgeschäft halten BASF auf Kurs. Der weltgrößte Chemiekonzern baute im zweiten Quartal seinen bereinigten Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - um zwölf Prozent auf 2,1 Milliarden Euro aus und traf damit die Erwartungen der Analysten. „Die erwartete leichte Belebung des Wachstums der Weltwirtschaft und wichtiger Abnehmerbranchen im Jahr 2014 wirkt sich positiv auf unser Geschäft aus“, erklärte Konzernchef Kurt Bock am Donnerstag. Er bekräftigte die Geschäftsziele für das Gesamtjahr.

Die Pfälzer erhöhten ihren Umsatz im Quartal um ein Prozent auf 18,5 Milliarden Euro. Die Verkaufspreise sanken allerdings leicht, zudem machte BASF der starke Euro zu schaffen. Währungseffekte belasteten das Ergebnis mit insgesamt 200 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. Nicht so rund lief es zudem im Agrochemiegeschäft: der bereinigte Betriebsgewinn der Sparte sank. Der Konzernüberschuss stieg dennoch um 12,3 Prozent auf 1,30 Milliarden Euro. Analysten hatten allerdings 1,44 Milliarden Euro erwartet.

Die Aktien von BASF brachen nach Vorlage der Quartalsbilanz um 3,6 Prozent ein und waren mit 80,60 Euro so billig wie zuletzt Anfang Mai.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Für das Gesamtjahr stellte BASF aufgrund der geplanten Abspaltung des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts an den russischen Staatskonzern Gazprom und wegen negativer Währungseffekte wie bisher einen leicht sinkenden Umsatz in Aussicht. Den bereinigten Betriebsgewinn will BASF dagegen leicht steigern. „Wir wollen unseren Absatz ohne Berücksichtigung von Akquisitionen und Devestitionen erhöhen“, erklärte Bock. Den Abschluss des geplanten Anteilstausches mit Gazprom erwartet BASF nun in diesem Herbst - bislang wurde dies zur Jahresmitte in Aussicht gestellt.

Weitere Halbjahresbilanzen in der Chemiebranche stehen in den nächsten Tagen an. Am Dienstag, den 29. Juli, legt der Industriegasehersteller Linde seine Zwischenbilanz vor. Der Bayer-Konzern will seinen Quartalsbericht einen Tag später am 30. Juli veröffentlichen und das Essener Spezialchemieunternehmen Evonik am 31. Juli.

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