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02.12.2013

20:32 Uhr

Chemieriese

Dow Chemical treibt Konzernumbau voran

Der amerikanische Chemiekonzern Dow Chemical setzt sein Ziel fort, in den nächsten Jahren Geschäftsteile auszugliedern oder ganz abzustoßen. Über zehn Standorte sind betroffen – darunter auch drei in Deutschland.

Das Dow Chemical Werk in Freeport, Texas. Der US-Konzern will mehrere Standorte ausgliedern oder ganz schließen. ap

Das Dow Chemical Werk in Freeport, Texas. Der US-Konzern will mehrere Standorte ausgliedern oder ganz schließen.

FrankfurtDer US-Chemiekonzern Dow Chemical treibt die Trennung von besonders konjunkturanfälligen Sparten voran. Zu den Unternehmensbereichen, die Dow Chemical in den nächsten zwei Jahren ausgliedern oder verkaufen will, gehören auch Werke an den deutschen Standorten Stade, Rheinmünster und Baltringen, wie der BASF-Rivale am Montag ankündigte. Zudem stünden Geschäftsteile in den USA, Italien, Südkorea, China und Brasilien auf der Streichliste. Die Ausgliederung umfasse 40 Anlagen an elf Standorten. Etwa 2000 Beschäftigte seien betroffen. Der zusammengefasste Jahresumsatz der Geschäfte liege bei bis zu fünf Milliarden Dollar.

Der größte amerikanische Chemiekonzern hatte im Oktober mitgeteilt, er wolle mit der Trennung von Unternehmensteilen mindestens drei bis vier Milliarden Dollar einnehmen. Abgeben will Dow unter anderem Geschäfte mit Epoxid-Harzen, Chlor-Derivaten und Salzlaugen. Mit dem Schritt folgt das Unternehmen aus Midland im US-Bundesstaat Michigan Branchengrößen wie BASF und DuPont. Die Konkurrenten waren in den vergangenen Jahren immer mehr aus Geschäften mit Massenchemikalien ausgestiegen und hatten stattdessen renditestarke Boom-Bereiche wie Substanzen zur Nahrungsergänzung, Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäfte sowie Geschäfte mit komplexen Spezialchemikalien ausgebaut. Die Chemiekonzerne wollen sich damit unter anderem unabhängiger machen von starken Rohstoffpreis-Schwankungen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

In dem vergangenen zwölf Monaten hatte Dow Chemical bereits den Verkauf von Geschäftsteilen für rund 700 Millionen Dollar angestoßen. Unter anderem verkaufte der Konzern Polypropylen- und Katalysatoren-Geschäfte an den US-Konkurrenten W.R. Grace. Seit 2009 hatte sich Dow Chemical von Sparten mit einem Umsatz von zusammen rund acht Milliarden Dollar getrennt.

Von

rtr

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