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27.10.2015

09:44 Uhr

Chemieriese mit Gewinnrückgang

BASF senkt das „sportliche“ Ergebnisziel

Um zehn Prozent geht der operative Gewinn bei BASF zurück. Die Prognose für das Gesamtjahr ist dadurch nicht mehr zu halten. Doch Investoren dürften trotzdem nicht allzu enttäuscht sein.

BASF kassiert Prognose und Dax tritt auf der Stelle

Börsen-News: BASF kassiert Prognose und Dax tritt auf der Stelle

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FrankfurtDer Chemieriese BASF hat mit einem schwachen Geschäft in Schwellenländern und dem stark gefallenen Ölpreis zu kämpfen. Nach einem unerwartet hohen Ergebnisrückgang im dritten Quartal senkte Vorstandschef Kurt Bock die Jahresziele. „Das Sommerloch in diesem Jahr war ausgeprägt, zudem zogen die Mengen auch im September nicht an“, sagte Bock am Dienstag. „Wichtige Märkte wie Brasilien befinden sich in einer Rezession oder wachsen schwächer, wie China.“ Das Wachstum der Weltwirtschaft sei in diesem Jahr bislang deutlich hinter den Erwartungen des Vorstands zurückgeblieben.

Bock hatte die Ziele des Ludwigshafener Unternehmens in diesem Jahr schon mehrfach als sportlich bezeichnet und auch viele Analysten hatten zuletzt mit einer Senkung der Prognose gerechnet. An der Börse zog die Gewinnwarnung gleichwohl deutliche Kursverluste nach sich: BASF-Aktien fielen um mehr als vier Prozent und waren größter Verlierer im Leitindex Dax.

Für 2015 rechnet der Vorstand nun mit einem leichten Rückgang von Umsatz und bereinigtem Betriebsgewinn. Bislang sollte der Umsatz leicht zulegen und der Betriebsgewinn das Vorjahresniveau von 7,36 Milliarden Euro erreichen. „Neben der schwächeren konjunkturellen Entwicklung fiel der Ölpreis noch weiter als ohnehin erwartet“, sagte Bock. Darüber hinaus werde die Umsatz- und Ergebnisentwicklung durch den kürzlich abgeschlossenen Milliardendeal mit dem russischen Gasriesen Gazprom belastet.

Erdgas: BASF pumpt Milliarden in Gazprom-Projekte

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BASF pumpt Milliarden in Gazprom-Projekte

Seit 25 Jahren arbeiten BASF und der russische Gasproduzent Gazprom zusammen. In den kommenden fünf Jahren will der deutsche Chemiekonzern etwa zwei Milliarden Euro in gemeinsame Projekte investieren.

Bei diesem hatte die BASF-Tochter Wintershall ihre Beteiligung an dem bisher gemeinsam betriebenen Gashandels- und Gasspeichergeschäft vollständig an die Russen abgegeben. Im Gegenzug erhielt BASF mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien.

Der Ertrag aus dem Tausch der Vermögenswerte mit Gazprom sorgte im dritten Quartal unter dem Strich für einen Gewinnanstieg um 19 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse sank das Betriebsergebnis jedoch um zehn Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Analysten hatten einen geringeren Rückgang erwartet. BASF setzte von Juli bis September 17,4 Milliarden Euro um, ein Rückgang von fünf Prozent. Dazu trugen vor allem auch niedrigere Preise wegen gesunkener Rohstoffkosten und starken Wettbewerbs bei.

Rund lief es vorwiegend im Geschäftsbereich Functional Materials & Solutions, zu dem etwa das Geschäft mit Autokatalysatoren, Lacken, technischen Kunststoffen und Produkten für die Bauindustrie gehört. Dort legte der bereinigte Betriebsgewinn um 20 Prozent zu. In fast allen anderen Geschäftsbereichen sank dagegen das Ergebnis. Vor allem das Öl- und Gasgeschäft leidet unter dem gesunkenen Ölpreis. Im Agrarchemiegeschäft, dem kleinsten Segment, brach das Ergebnis sogar um 84 Prozent auf sieben Millionen Euro ein. Dabei setzten der schwache Real im wichtigen Markt Brasilien und höhere Kosten dem Chemieriesen zu.

Auch die Konkurrenz leidet im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut unter der Marktschwäche in Lateinamerika. US-Rivale Dow Chemical hatte sein Agrarchemiegeschäft in der vergangenen Woche nach einem erneut schwachen Quartal auf den Prüfstand gestellt. Die Rivalen Dupont und Syngenta hatten ihre Ergebnisprognosen gesenkt. Dupont will am Dienstag ebenfalls noch Quartalszahlen veröffentlichen.

Von

rtr

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