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12.10.2016

08:08 Uhr

Chemieriese mit Quartalszahlen

BASF erfreut Anleger trotz Gewinnrückgang

Der Gewinn von BASF geht im dritten Quartal zurück, aber nicht so stark wie von Analysten erwartet. Im Agrarchemiegeschäft legt der Chemieriese deutlich zu. Die Gewinnprognose wird bekräftigt, die Aktie steigt.

Der Chemiekonzern bekräftigt seine Gewinnprognose für das laufende Jahr. dpa

BASF

Der Chemiekonzern bekräftigt seine Gewinnprognose für das laufende Jahr.

FrankfurtDer Chemieriese BASF hat im dritten Quartal einen geringeren Gewinnrückgang als erwartet eingefahren. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen sank von Juli bis September um gut fünf Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstagabend überraschend mitteilte.

Analysten hatten laut dem Analysehaus Vara Research zuletzt mit einem deutlich stärkeren Rückgang auf gut 1,3 Milliarden Euro gerechnet. Dementsprechend reagierte die Aktie am Mittwoch vorbörslich positiv auf die überraschende Vorlage der Zahlen. Bei Lang & Schwarz stiegen die Titel um 1,5 Prozent, womit sie im Dax zu den Favoriten zählten. „Die Zahlen unterstützen die gute Kursentwicklung der letzten Zeit“, sagte ein Händler. Aber da der Ausblick nur bekräftigt worden sei, gebe es keinen Grund für weitere Euphorie. Seit Monatsbeginn haben BASF drei Prozent zugelegt, während der Dax 0,6 Prozent gewann.

BASF: Bereit für Zukäufe im Pflanzenschutzgeschäft

BASF

Bereit für Zukäufe im Pflanzenschutzgeschäft

Die Agrarchemiebranche ist massiv in Bewegung. Angesichts der Übernahmewelle macht sich nun auch BASF bereit für Zukäufe im Pflanzenschutzgeschäft. Der Konzern glaubt aber nicht, das Größe allein Erfolg garantieren kann.

Der Umsatz von BASF sank binnen Jahresfrist um knapp ein Fünftel auf 14 Milliarden Euro, was überwiegend auf die Trennung vom Gashandels- und Speichergeschäft zurückzuführen ist. Im Agrarchemiegeschäft, der Sparte Sparte Performance Products, zu der etwa Geschäfte mit Pigmenten aber auch Produkte für die Lebens- und Futtermittelindustrie gehören, sowie im Bereich Functional Materials & Solutions, zu dem beispielsweise das Geschäft mit Autokatalysatoren, Lacken, technischen Kunststoffen und Produkten für die Bauindustrie zählt, konnte BASF im dritten Quartal beim Ergebnis deutlich zulegen.

Für 2016 rechnet BASF weiterhin mit einem Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen leicht unter Vorjahresniveau – darunter versteht der Vorstand ein Minus von bis zu zehn Prozent. Der Umsatz wird wegen der Trennung vom Gashandelsgeschäft, das in einem Milliarden-Tauschgeschäft an die russische Gazprom ging, deutlich zurückgehen. Den vollständigen Quartalsbericht will BASF am 27.Oktober veröffentlichen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Im zweiten Quartal hatte ein Einbruch im Öl- und Gasgeschäft BASF noch einen deutlichen Ergebnisrückgang eingebrockt. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen schrumpfte um 16 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Vorstandschef Kurt Bock hatte daher die Jahresprognose als „anspruchsvolles Ziel“ bezeichnet, sie hänge insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises ab.

BASF erwartet für dieses Jahr bislang einen Ölpreis von 40 Dollar pro Barrel im Jahresdurchschnitt. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee kostet derzeit gut 52 Dollar je Barrel (159 Liter).

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Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Peter Delli

12.10.2016, 09:29 Uhr

Basf hat ihr Gasgeschätf verkauft, Gas ist die Zukunft der verbrauch steigt.

!Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. !

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