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12.04.2011

17:09 Uhr

Chevrolet

Mit American Life auf der Erfolgsspur

VonFlorian Brückner

Sie gehören beide zum Autobauer General Motors, aber unterschiedlicher könnte die Lage von Opel und Chevrolet nicht sein. Während Opel oft mit sich selbst beschäftigt ist, eilt die US-Schwester von Erfolg zu Erfolg.

Ein neuer Camaro von Chevrolet. Quelle: dapd

Ein neuer Camaro von Chevrolet.

DüsseldorfEs könnte eigentlich alles so schön sein in Rüsselsheim. Opel verkauft in Deutschland wie im übrigen Europa wieder mehr Autos. Doch anstatt mit den positiven Absatztrends zu punkten, schlägt sich Opel mit neuen Führungsstrukturen, Managementabgängen, einem ungelösten Jobabbau in Bochum und einer möglicherweise technisch verkorksten Kleinwagenplattform herum. Und das meist auch noch in aller Öffentlichkeit. Im Vergleich dazu sieht die Welt von Chevrolet geradezu rosarot aus.
Wie bei Opel zeigt auch bei den Amerikanern der Wachstumspfeil nach oben - Opel legte in Europa im Februar nach Angaben des Herstellersverbandes Acea um 8,9 Prozent auf 65.370 verkauften Autos zu, Chevrolet um 5,6 Prozent auf 11.903. Wobei Chevrolet auf ein glänzendes Jahr 2010 zurückblicken kann: Mit 416.826 weltweit verkauften Autos war etwa der Monat Dezember der beste Dezember aller Zeiten für Chevrolet. Und längst verkauft GMs Brot-und-Butter-Marke mehr Autos außerhalb der USA als in Amerika selbst. Allein in Brasilien wurden 2010 gut 657.000 Fahrzeuge auf die Straße gebracht, in China waren es 543.000. Die Zeichen stehen weiter auf Wachstum, auch in Europa, wo Chevrolet im vergangenen Jahr 12 Prozent mehr Autos als 2009 verkaufen konnte.
Und Chevrolet gibt mit einer groß angelegten Modelloffensive hierzulande weiter mächtig Gas. Mit Cruze, Orlando, Captiva, Corvette, Camaro und dem Elektroauto Volt greift die GM-Tochter binnen eines Jahren in Europa an allen Fronten an - vom Kompaktauto über den Familienvan bis hin zum rasanten Sportwagen. Dass darunter vielleicht ausgerechnet die deutsche Schwester Opel leiden könnte, glaubt Europachef Wayne Brannon indes nicht.
“Die Kunden von Chevrolet und Opel unterscheiden sich sehr.  Von unseren Neuwagenstudien her wissen wir, dass es nur wenige Überschneidungen zwischen den beiden Marken gibt”, sagte Brannon vor Kurzem im Gespräch. Kannibalisierung heißt das große Schreckgespenst, das alle großen Konzerne mit mehreren Marken umtreibt. “Auch wir haben uns damit beschäftigt”, gibt Brannon zu. Aber: “Unsere Marken greifen nur die Wettbewerber an - und nicht sich gegenseitig.”
Im Endeffekt praktiziere GM nichts anderes als viele andere Wettbewerber auch, fügt der drahtige Manager mit dem Verweis auf Renault/Nissan, Peugeot/Citroen und den VW-Konzern hinzu.  “Nur wenige Hersteller verfolgen noch eine Ein-Marken-Strategie. Alle versuchen, mit ihren verschiedenen Marken so viele Marktanteile wie möglich zu erobern.”

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