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05.12.2013

14:01 Uhr

Chevrolet räumt das Feld

Der große Coup des Opel-Chefs

VonMartin Dowideit

Jahrelang buhlten die General-Motors-Töchter Opel und Chevrolet in Europa um die gleichen Kunden. Jetzt wird die US-Marke zurückgepfiffen. Für den Ex-VW-Manager Neumann an der Opel-Spitze ist das ein Befreiungsschlag.

Opel-Chef Neumann in einem Konzeptauto des Herstellers: Der Mutterkonzern GM setzt volles Vertrauen in die Marke. dpa

Opel-Chef Neumann in einem Konzeptauto des Herstellers: Der Mutterkonzern GM setzt volles Vertrauen in die Marke.

DüsseldorfIn den vergangenen Monaten war Karl-Thomas Neumann immer mal wieder in Detroit zu Besuch im Renaissance Center. Nach einem Meeting in der Konzernzentrale von General Motors (GM) ging der Opel-Chef joggen, 9,03 Kilometer in 48:07 Minuten und veröffentlichte die Laufroute im Internet. Die Lockerheit und Offenheit des ehemaligen Volkswagen-Managers könnte einen Grund haben: Von einer der späteren Reisen nach Detroit brachte er eine durchschlagende Nachricht mit zurück nach Rüsselsheim.

General Motors gibt seine Marke Chevrolet in Europa auf, bestätigte das Unternehmen heute offiziell. Beide Marken hatten sich zuletzt in der alten Welt immer wieder selbst Konkurrenz gemacht. Auf der Automesse in Paris war das im vergangenen Jahr etwa ersichtlich.

Die Präsenz von Opel auf der Produktshow wirkte wie ein lästiges Anhängsel des Chevrolet-Stands. Dabei fruchtete die Chevy-Offensive nur sehr zaghaft. Zuletzt hatte die US-Marke in Europa einen Marktanteil von 1,2 Prozent – trotz offensiven Marketings etwa als Sponsor des englischen Fußballteams Manchester United.

Die Amerikaner vollenden damit erneut eine harte Wende. Vor wenigen Jahren noch bettelte der GM-Konzern für seine deutsche Tochter um Staatshilfe, setzte alles daran, die Sparte zu verkaufen. Mit der letztlichen Absage des Verkaufs verprellte GM sogar die Bundeskanzlerin. Jetzt der Rückzug zugunsten von Opel: „Unser Vertrauen in die Marken Opel und Vauxhall in Europa wächst“, begründete GM-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Stephen J. Girsky am Donnerstag den Schritt. Unter dem Namen Vauxhall tritt Opel in Großbritannien auf.

Chevrolet dagegen sei in Europa eine Marke mit einem einprozentigen Marktanteil, so Girsky. Deren Ergebnisse seien nicht zufriedenstellend und die Aussichten auf Besserung gering. Von 2016 an werde Chevrolet in Europa nur noch US-Ikonen wie die Corvette verkaufen – nur in Russland und den sogenannten GUS-Staaten sollen weiter auch die Kleinwagen auf dem Markt bleiben.

Kommentare (22)

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oha

05.12.2013, 11:39 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

beobachter

05.12.2013, 11:43 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Gast

05.12.2013, 11:47 Uhr

So ein Käse.
Als ob Chevrolet Kunden dann Opel kaufen würden. Die gehen dann zu Skoda, Dacia oder Hyundai.
Opels Problem ist einfach, dass die Anderen bessere Autos bauen. Einen BMW 328i kann man sich so zusammenstellen, dass man den gleichen Preis wie bei einem Insignia 2.0 Turbo hat.
Beide Auto haben ca. 250PS. Nur geht der BWM in 6,1 Sekunden auf 100 und der Opel in 8,1 Sekunden. Das ist ein Witz. Und der Verbrauch ich noch schlechter. Beim Opel sind es 10 Liter. Beim BMW nur 7,5.
Auch wiegt der Opel 300 kilo mehr. Darüber sollten sich die Opelaner mal Gedanken machen.
Angeblich sind die ja so toll und entwickeln die ganzen Autos und Motoren für GM. Vielleicht fangen die mal bei sich an.

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