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08.06.2012

21:45 Uhr

China ändert Rechtslage

Pharmakonzerne müssen um Patente bangen

China hat seine Patentgesetze geändert. Unter bestimmten Umständen dürfen künftig auch unter Patentschutz stehende Medikamente kopiert werden. Westliche Pharmakonzerne dürften beunruhigt sein - und das nicht zu Unrecht.

Im März 2012 hat Indien das Kopieren eines Krebsmedikaments von Bayer erlaubt. dapd

Im März 2012 hat Indien das Kopieren eines Krebsmedikaments von Bayer erlaubt.

HongkongChina hat heimischen Pharmaherstellern unter bestimmten Umständen das Kopieren von unter Patentschutz stehenden Medikamenten erlaubt. Das geht aus Dokumenten hervor, die das Patentamt im Internet veröffentlichte und die westlichen Pharmakonzernen große Sorgen bereiten dürften - China ist für sie ein wichtiger Wachstumsmarkt. Erst vor drei Monaten hatte Indien in einem wegweisenden Urteil Bayer zur Herausgabe eines Patents für ein teures Krebsmedikament gezwungen, um mehr Kranken eine Behandlung zu ermöglichen.

China änderte den Dokumenten zufolge die Gesetze zum geistigen Eigentum, um ebenfalls solche "Zwangslizenzen" zu ermöglichen. Im Falle eines staatlichen Notstands, unter ungewöhnlichen Umständen oder im Interesse der Öffentlichkeit können geeignete chinesische Firmen dann entsprechende Generika herstellen. Diese Nachahmer-Medikamente können sogar unter bestimmten Umständen ins Ausland exportiert werden können. Die Welthandelsorganisation WTO erlaubt solche Zwangslizenzen, falls lebensrettende Behandlungen in einem betroffenen Land unbezahlbar sind. Das Patentamt erklärte auf Reuters-Anfrage, die neuen Regeln seien bereits seit Anfang Mai in Kraft.

Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten Reuters, dass China etwa das Aids-Mittel tenofovir von Gilead Sciences im Visier hat und bald produzieren will. Bob Verbruggen, der die UN in Aids-Fragen berät, erklärte, China plane offenbar, ein Generika-Hersteller für den heimischen und den internationalen Markt zu werden. Die Regierung in Peking hat eingeräumt, ein Problem mit rasant steigenden Aids-Erkrankungen zu haben.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

08.06.2012, 22:05 Uhr

Ein Schritt hin zu Menschlichkeit.

Ist unserer westlichen Welt fremd. Hier bei uns ist das Leben zur Ware verkommen.

Andreas

08.06.2012, 23:54 Uhr

Nein, bei uns bezahlen notwendige Medikamente einfach die Krankenkassen.
China hat Mrd. an Devisenreserven, aber kein Geld für seine Bevölkerung Medikamente zu bezahlen?
Aber warum bezahlen, wenn man einfach Patente stehlen kann?

d631501

09.06.2012, 00:29 Uhr

wer nich grad pkv is muss zuzahlen....und teilweise sogar selber komplett kosten übernehmen

denke da z.b. an diesen jungen vor jahren der spezielles Essen braucht, weil er gegen fast alles allergisch ist.
~1mio pro jahr oder so, wären die kosten

oder bsp. in indien 5500$ für Bayer's Medikament mit 12 Tabletten

In USA gibts einen Fall wo sich das Pharmaunternehmen auch entschlossen hatte, ein bestimmtes Medikament einfach nicht mehr zu produzieren, keine lizenzen zu verkaufen etc. weil die "nachfrage" zu gering war...dann wars auch pleite. die usa habens sozusagen noch enteignet damit generika produziert werden konnten...

ich finde auch .de bräuchte sowas...und subventionen sollte auch in freie forschung gehen und nicht zu den pharmaunternehmen.

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