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11.10.2013

12:42 Uhr

China-Geschäft floriert

VW rechnet mit Absatzrekord

Europa hält sich hartnäckig als Bremse, doch China treibt Volkswagen in der Absatzbilanz weiter zu neuen Höhenflügen. Schon drei Monate vor Jahresende scheint der neue Verkaufsrekord der Wolfsburger praktisch ausgemacht.

VW-Präsentation in Shanghai. China wird als Markt immer wichtiger. dpa

VW-Präsentation in Shanghai. China wird als Markt immer wichtiger.

WolfsburgEuropas größtem Autobauer Volkswagen scheint zum Start des letzten Quartals ein neuerlicher Absatzrekord kaum noch zu nehmen. In den ersten drei Vierteln des laufenden Jahres verkaufte der Mehrmarkenkonzern weltweit bereits 7,03 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, wie der Dax-Riese am Freitag mitteilte. Aufs Neue zeigte sich die große Abhängigkeit vom entscheidenden Markt China.

Im Gesamtjahr 2012 waren bei den Pkw und leichten Nutzfahrzeugen aus der Konzernfamilie 9,143 Millionen Einheiten zusammengekommen - es fehlen nun also in den letzten drei Monaten des Jahres noch gut zwei Millionen, um diese Marke zu übertreffen.

Mit dem bisherigen durchschnittlichen Monatsabsatz 2013 dürfte VW rechnerisch bis Ende Dezember auf 9,4 Millionen Verkäufe kommen, was gegenüber den gut 9,1 Millionen zuvor ein sichtbarer Sprung wäre. Zu berücksichtigen ist dabei, dass der Sportwagenbauer Porsche die Rechnung mit gut 150.000 Autos pro Jahr stützt. Er zählt erst seit Sommer 2012 komplett zu VW.

Autozulassungen in Deutschland (September 2013)

Gewinner 1

Land Rover legte von allen Automarken in Deutschland im September am stärksten zu: plus 38,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Marke gehört zu Jaguar Land Rover, der Autobauer wiederum zum indischen Tata-Konzern.

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt

Gewinner 2

Jeep hat im September ein Fünftel mehr Fahrzeuge verkauft. Allerdings auf niedrigem Niveau: Gerade einmal 669 Geländewagen der Marke, die zu Fiats US-Tochter Chrysler gehört, wurden zugelassen.

Gewinner 3

Die Japaner von Mazda können sich über ein Plus von 15,1 Prozent freuen. 4162 Fahrzeuge des Autoherstellers wurden im September zugelassen.

Verlierer 1

Die größten Verluste im September muss Honda hinnehmen. Nur noch 1915 Pkw des japanischen Autohersteller wurden neu zugelassen – minus 36,1 Prozent.

Verlierer 2

Die Fiat-Marke Alfa Romeo hat kaum noch Modelle zu bieten. Entsprechend schlecht sind die Zulassungszahlen, die im September noch einmal um 35,6 Prozent abgesackt sind. Die ganzen Zahlen verdeutlichen, auf welchem Niveau sich Alfa Romea bewegt: Nur noch 291 Pkw wurden zugelassen.

Verlierer 3

Die BMW-Marke Mini ist ein großer Verlierer im September. Das Minus bei den Neuzulassungen betrug 33,8 Prozent.

Im Einzelmonat September kamen die Wolfsburger so wie bei ihrer Kernmarke VW-Pkw auch konzernweit auf einen starken Verkaufsmonat. 856.900 abgesetzte Fahrzeuge bedeuten sieben Prozent Zuwachs gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat. Vertriebschef Christian Klingler betonte die breite internationale Aufstellung als Erfolgsrezept.

Das Plus der aktuellen Neun-Monats-Bilanz lautet 4,8 Prozent. Während Europa nach wie vor leicht im Minus liegt, hält Volkswagen auf seinem wichtigsten Einzelmarkt China den satten Zuwachs aufrecht. Er liegt per September bei 18 Prozent. China steht mit seinen 2,35 Millionen für ein Drittel vom gesamten Absatz.

Volkswagen wächst dort schneller als der Gesamtmarkt: Die Pkw-Kernmarke mit dem VW-Logo verbuchte seit Jahresanfang wie der gesamte Konzern ein Plus von rund 18 Prozent auf 1,79 Millionen. Audi legte sogar um 20,6 Prozent zu auf 358.200 Einheiten. VW-China-Chef Jochem Heizmann erklärte den Erfolg unter anderem mit dem Fokus auf spritsparende Modelle. Konzernvertriebschef Klingler betonte, dass das Unternehmen noch nie zuvor in drei Quartalen mehr als sieben Millionen Fahrzeuge losschlug. Dieser neue Bestwert sei trotz der „anhaltenden Unsicherheiten im Euroraum“ auch dank des breiten Gegengewichtes in Übersee geglückt.

Im kompletten vergangenen Jahr hatte der Konzern zusammen mit den Lastern und Bussen gut 9,3 Millionen Einheiten verkauft. Dieses Jahr sollen die 9,5 Millionen geknackt werden. Global gesehen verkaufen nur Toyota (Japan) und General Motors (USA) noch mehr als Volkswagen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

11.10.2013, 14:32 Uhr

Der Erfolg sei gegönnt.
Da bleibt die Hoffnung, dass sich die bisherige Marktorientierung mal nicht in´s Gegenteil verkehrt.

Account gelöscht!

11.10.2013, 15:06 Uhr

Warum gibt es eigentlich in Europa eine Absatzkrise?

Am EURO kann es doch nicht liegen, denn der ist doch Garant für Frieden und Wohlstand.

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