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04.05.2013

15:39 Uhr

China-Geschäft läuft gut

Dürr-Chef erwartet 2013 leichtes Umsatzplus

Lackier-Anlagenbauer Dürr verfügt über 100 Millionen Euro auf der hohen Kante und prüft einen Anleiherückkauf. Das liegt nicht zuletzt an der soliden Zahlen des China-Geschäfts. Bis Ende 2014 ist für Aufträge gesorgt.

Blick in die Montage von Dürr: Das Unternehmen hat viele Aufträge in China. dpa

Blick in die Montage von Dürr: Das Unternehmen hat viele Aufträge in China.

FrankfurtDer Anlagenbauer Dürr rechnet mit steigenden Erlösen in diesem Jahr. „Beim Umsatz peile ich 2013 etwa 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro an, das wäre eine leichte Steigerung“, sagte Unternehmenschef Ralf Dieter dem Magazin „WirtschaftsWoche“. Die Umsatzrendite soll bei 7,0 bis 7,5 Prozent liegen. Allerdings rechnet der Firmenchef für dieses Jahr mit weniger Aufträgen. „Aktuell erwarte ich 2,3 Milliarden, vielleicht 2,5 Milliarden Euro.“ 2012 hatten die Schwaben Aufträge im Volumen von 2,6 Milliarden Euro.

Die Finanzlage sei aktuell so gut, dass das Unternehmen sogar einen Rückkauf seiner Unternehmensanleihe erwäge, sagte Dieter. Der für seine Lackier- und Montage-Anlagen bekannte Konzern kann die Mittelstandsanleihe im September 2014 kündigen.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Dürr hatte dem Magazin zufolge noch 2005 eine Nettofinanzverschuldung von 330 Millionen Euro. „Heute ist es umgekehrt, wir haben netto 100 Millionen Euro Cash und insgesamt 350 Millionen Euro auf dem Konto“, sagte Dieter.

Dürr profitiert Dieter zufolge ganz besonders vom Wachstum in China und den anderen Schwellenländern. „Unsere 1650 Mitarbeiter in China sind mit den Aufträgen bereits bis Ende 2014 beschäftigt.“ Die Kapazitäten ausgebaut habe das Unternehmen außerdem in Brasilien, Russland, Mexiko und Südostasien.

Dürr will am Dienstag über die Entwicklung im ersten Quartal berichten. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Anstieg des Gewinns vor Zinsen und Steuern um gut 17 Prozent auf 34,7 Millionen Euro sowie einen stagnierenden Umsatz.

Von

rtr

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