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04.01.2007

08:33 Uhr

China im Mittelpunkt

Daimler schmiedet neue Asien-Allianzen

Knapp drei Jahre nach dem Rückzug vom japanischen Partner Mitsubishi Motors und dem Ausstieg beim koreanischen Hersteller Hyundai ordnet der Autokonzern Daimler-Chrysler sein Kooperationsnetz in Asien neu. Nach der Kleinwagen-Allianz mit dem chinesischen Hersteller Chery ist für den Stuttgarter Hersteller auch der Weg für ein Joint Venture mit dem taiwanischen Automobilunternehmen China Motor in der Volksrepublik frei.

hz / mwb STUTTGART. Für Daimler-Chrysler ist der Weg für ein Joint Venture mit dem taiwanischen Automobilunternehmen China Motor in der Volksrepublik frei. Die Regierung in Peking habe dafür ihre Zustimmung gegeben, teilte das taiwanische Unternehmen in Taipeh mit.

Demnach soll in der chinesischen Provinz Fujian bis 2008 eine neue Autofabrik errichtet werden. Das Joint Venture beinhalte den Bau von 40 000 Vans der Marke Mercedes-Benz im Jahr, wobei die Massenproduktion Ende 2008 beginnen solle, wie der Vizepräsident von China Motor, Hsu Li Min, sagte. „Es ist ein weiterer formeller Schritt zur Realisierung unserer China-Strategie“, sagte ein Konzernsprecher. Das grüne Licht aus Peking sei erwartet worden.

Daimler baut damit sein Engagement auf dem boomenden chinesischen Automarkt deutlich aus. Erst im September hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche eine neue Daimler-Chrysler-Fabrik bei Peking eröffnet, die eine Jahreskapazität von bis zu 25 000 Mercedes-Fahrzeugen hat und mit dem Pekinger Autohersteller Beijing Automotive Industry (BAIC) betrieben wird. Doch Mercedes hat Nachholbedarf – wie sogar der Chef selbst zugibt. „Wir sind etwas später, aber in keiner Weise zu spät dran,“ betonte Zetsche bei der Werkeröffnung Ende September und kündigte an, sich längerfristig gegenüber BMW und Audi auch in China im Premiumsegment so positionieren zu können wie auf anderen Märkten.

Neben Japan ist für den Stuttgarter Konzern das Reich der Mitte inzwischen in den Mittelpunkt der Asien-Strategie gerückt. Der Autokonzern investiert in China rund 1,5 Mrd. Euro. Keiner der großen Premium-Hersteller kann den boomenden Markt im Reich der Mitte mehr ignorieren: Bereits 2010, schätzt der für das China-Geschäft zuständige Daimler-Manager Rüdiger Grube, dürfte China nach den USA auf dem zweiten Rang stehen. Bereits im abgelaufenen Jahr verdrängte China Deutschland voraussichtlich bei Absatz und Produktion vom dritten Rang der Automobile produzierenden Länder. Der Mercedes-Marktanteil in China liegt mit einem Absatz von 16 000 Fahrzeugen im Jahr 2005 laut Schätzungen von Experten bei 0,4 Prozent.

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