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14.09.2016

15:41 Uhr

China

Voestalpine legt Stahlbau-Pläne auf Eis

Chinas Wirtschaft scheint wieder Tritt gefasst zu haben. Dennoch hat sich der österreichische Konzern Voestalpine entschlossen, vorerst kein Edelstahlwerk in der Volksrepublik zu bauen. Gesucht wird ein neuer Standort.

Ein Bauteil aus einer der Laserschmelzanlagen des österreichischen Stahlkonzerns: In den kommenden zwei Jahren soll in China kein Edelstahlwerk gebaut werden. dpa

Voestalpine

Ein Bauteil aus einer der Laserschmelzanlagen des österreichischen Stahlkonzerns: In den kommenden zwei Jahren soll in China kein Edelstahlwerk gebaut werden.

MeerbuschDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat seine Pläne für den Bau eines Edelstahlwerkes in China erst einmal zu den Akten gelegt. „Die Überlegungen für China haben wir für zwei Jahre auf Eis gelegt“, sagte Vorstandschef Wolfgang Eder am Mittwoch in Meerbusch bei Düsseldorf.

Zwar scheine die Wirtschaft in der Volksrepublik wieder Tritt gefasst zu haben. Es sei aber die Frage offen, welche Stahl-Qualität dort gefragt sei. Dagegen nähmen die Planungen für ein neues Edelstahlwerk als Ersatz für die 100 Jahre alte Anlage im österreichischen Kapfenberg in der Steiermark Gestalt an.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

„Die Frage ist nur noch, ob das neue Werk in Österreich oder im europäischen Ausland gebaut wird.“ Das hänge von den Energie- und Umweltgesetzen wie auch den bürokratischen Hürden ab. „Wo finden wir die besten Rahmenbedingungen?“ Eine endgültige Entscheidung für die 250 bis 300 Millionen Euro teure Investition werde in der zweiten Jahreshälfte 2017 getroffen.

Das jüngst angekündigte neue Sparprogramm bei Voestalpine sieht Eder als eine Fortschreibung des Sparpaktes der vergangenen Jahre an. Für 2017 plane er Kostensenkungen von mehr als 200 Millionen Euro.

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Überkapazitäten und niedrige Preise: Weltstahl-Präsident Wolfgang Eder fordert seine Kollegen in Europa auf, die Produktion zu drosseln. Zehntausende Jobs in der Stahlindustrie wären bedroht.

Eder, der auch Präsident des Weltstahlverbandes ist, warnte die Politik in Europa davor, die Hürden bei den Umweltvorgaben für die Stahlindustrie zu hoch zu hängen. Die ohnehin seit Jahren gebeutelte Branche sei technologisch noch nicht so weit. Trotz weltweit milliardenschwerer Forschungen rechne er erst 2030 damit, den CO2-Ausstoß etwa mit Hilfe von Wasserstofftechnologie und erneuerbaren Energien gegen Null fahren zu können.

Für die unter Überkapazitäten und bestenfalls stabiler Nachfrage ächzende Stahlindustrie sieht Eder Licht am Ende des Tunnels. „Erstmals seit 2012 hat es in diesem Jahr keinen Preiseinbruch gegeben. Wenn der Preis im September nicht kippt, dann kann man damit rechnen, das er stabil bleibt oder sogar steigt.“ Positive Auswirkungen hätten neben den Antidumping-Zöllen auf Billigimporte aus China die steigenden Rohstoffpreise.

Von

rtr

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