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29.01.2004

14:41 Uhr

China wichtigerer Markt als Deutschland

VW reduziert Investitionsvolumen

Der Wolfsburger Automobilkonzern Volkswagen wird in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro weniger in den Wachstumsmarkt China investieren als ursprünglich vorgesehen. Der Wolfsburger Automobilkonzern Volkswagen wird in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro weniger in den Wachstumsmarkt China investieren als ursprünglich vorgesehen. VW-Chef Pischetsrieder begründete den geringeren Betrag mit dem gegenüber dem Euro gesunkenen Dollarkurs.

HB ESSEN. Zugleich unterstrich VW-Chef Bernd Pischetsrieder die Wichtigkeit des chinesischen Marktes für den Wolfsburger Autobauer. „Wir werden in den kommenden Jahren fünf Milliarden Euro in China investieren“, sagte Pischetsrieder am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Essen. Früher hatte VW sechs Milliarden Euro in den Jahren 2004 bis 2008 in Aussicht gestellt.

Ein Konzernsprecher erklärte dazu, das ursprünglich in Aussicht gestellte Investitionsvolumen von sechs Milliarden Euro bis zum Jahr 2008 sei vom Aufsichtsrat keine Blockentscheidung, keine starre Festlegung gewesen. Vielmehr sollten die Investitionen der Marktentwicklung angepasst werden. VW ist mit 30 Prozent Marktführer auf dem Wachstumsmarkt China und will früheren Angaben zufolge bis zum Jahr 2007 seine Kapazitäten auf 1,36 Millionen Fahrzeuge nahezu verdoppeln.

Europas größter Automobilkonzern hatte Mitte November nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal sein Investitionsvolumen für die Jahre 2004 bis 2008 um elf Prozent auf 41,6 Milliarden Euro gesenkt. Abstriche an der geplanten Modelloffensive sind aber nicht geplant. Wegen Belastungen in Milliardenhöhe durch den hohen Euro-Kurs, Investitionen in neue Modelle sowie Sonderabschreibungen - unter anderem beim bislang nur wenig erfolgreichen Phaeton - erwartet der VW-Konzern 2003, dass sich der operative Gewinn des Vorjahres von 4,7 Milliarden Euro mehr als halbiert.

„Für die Marke VW ist China ein größerer Markt als Deutschland“, sagte Pischetsrieder auf dem 4. Car-Symposium der Gelsenkirchener Fachhochschule in Essen. Angesichts des Wachstumspotenzials in China wie auch im übrigen Asien - ohne Japan - seien enorme Kapazitätssteigerungen notwendig. „Es gibt 550 Millionen potenzielle Automobilkunden in Asien außerhalb Japans“.In Südostasien etwa, wo japanische Hersteller dominieren, gebe es eine zunehmende Nachfrage nach Luxuskarossen. Aber auch in China nehme die Nachfrage nach neuesten Automodellen zu. Ganze Familien sparten für ein Auto, das dann auch der gesamten Familie zur Verfügung stünde, so Pischetsrieder.

Obwohl Pischetsrieder die Wachstumschancen in China als enorm einschätzt, wies er auch auf strikte Vorgaben der chinesischen Regierung für die Automobilkonzerne hin. Ziel der Regierung sei es etwa, dass ab 2010 die Hälfte der Produkte von chinesischen Firmen hergestellt werden. Bereits jetzt dürften ausländische Konzerne nur maximal 50 Prozent an einem Automobil-Joint Venture halten.

Die zwei wichtigsten Gemeinschaftsunternehmen von Volkswagen in China haben 2003 ihren Absatz um 40 Prozent auf 694.000 Einheiten erhöht. Shanghai Volkswagen hat früheren Angaben zufolge 2003 insgesamt 396.006 Fahrzeuge (plus 32 Prozent) verkauft. Bei FAW-Volkswagen war der Absatz im vergangenen Jahr um 55 Prozent auf 298.000 Stück gewachsen.

Die VW-Aktie notierte im Deutschen Aktienindex (Dax) am Mittag mit 40,35 Euro 2,4 Prozent im Minus.

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