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12.10.2011

17:14 Uhr

Chinas Autobauer

Nur Abkupfern ist nicht genug

VonFinn Mayer-Kuckuk

Die chinesischen Fahrzeugbauer wollen den deutschen Markt erobern. Schaffen sie es Qualität und Markenwert ihrer Autos weiter zu verbessern, haben sie in Europa durchaus Chancen.

Ausstellung der Beijing Automotive Industry Corp: Der chinesische Autobauer will eine internationale Marke aufbauen. ap

Ausstellung der Beijing Automotive Industry Corp: Der chinesische Autobauer will eine internationale Marke aufbauen.

PekingDie chinesische Fahrzeugindustrie sucht nach neuen Wegen, um Zugang zu westlichen Märkten zu erhalten. In der Stadt Chengdu diskutiert eine hochkarätig besetzte Konferenz seit gestern genau dieses Thema. „Wir wolle eine internationale Marke aufbauen“, bestätigt Xu Heyi, Chairman des chinesischen Daimler-Partners Beijng Automotive Industry (BAIC), dem Handelsblatt.

Nachdem BAIC sich bereits viel technisches Wissen angeeignet hat, ist laut Xu der nächste Schritt der Aufbau einer internationalen Produktionsbasis. Der Fokus liege zwar noch auf absehbare Zeit darauf, im Inland eine starke Marke aufzubauen. Doch gerade dazu sei konsequente Internationalisierung nötig: Nur wer auch in den etablierten Märkten bestehe, schaffe es langfristig auch im Inland – darüber bestehe unter den chinesischen Herstellern Konsens. „Wir wollen mit unseren eigenen Marken nicht am unteren Ende stehenbleiben“, sagt Xu.

Der Preis stimmt – die Qualität nicht

Tatsächlich haben zumindest die großen chinesischen Spieler durchweg den Anspruch, es auch jenseits der Schwellenländer zu schaffen, sie feilen aber noch an der richtigen Strategie. „Die Knackpunkte sind die Sicherheitsstandards, die Abgasnormen und das Markenimage“, sagt Branchenexperte Zhang Junyi von Roland Berger in Schanghai. Die chinesischen Produkte liegen hier durchweg noch viele Jahre hinter der Westkonkurrenz zurück.

Versuche, in Deutschland Fuß zu fassen, sind bislang gescheitert. Vor sechs Jahren fuhr der Geländewagen Landwind eines der schlechtesten Ergebnisse aller Zeiten in einem ADAC-Crashtest ein. Vor einem Jahr erhielt ein verbesserter Landwind immer noch nur zwei von fünf Sternen. Als Konsequenz liegt die Zahl der erfolgreichen chinesischen Modelle auf dem EU-Markt derzeit immer noch bei null.

Doch die chinesischen Autohersteller haben Experten zufolge durchaus Chancen – auch in Europa. „Wenn die Qualität dem internationalen Standard entspricht, können sie mit einem Preisvorteil punkten“, sagt Zhang von Roland Berger. Einige Hersteller planen „in den kommenden Jahren“ erste Markteinführungen. Ein deutscher Spitzenmanager bescheinigt vor allem Brilliance Erfolgschancen.

Kommentare (3)

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lowabras

12.10.2011, 18:12 Uhr

Und ob sie Chancen haben! Das zeigt sich seit etwa 1 Jahr in Brasilien, wo sich die Umsätze nach zähem Anfang, monatlich um 3-400% steigern!Die befürchteten Qualitätsprobleme gibt es schlicht nicht und auch die Ersatzteilversorgung ist vorbildlich!
Wir selbst importieren bereits Elektroautos ab ca. US$ 7.000 FOB China, inclusive Batterien. Auich hier absolut alles Top, obwohl wir große Bedenken hatten und in großem Stil vorgesorgt mit Teilen und Ausbildung.
Ja, hier in Brasilien kann man deshalb Elektroautos, teilweise unter dem Preis vergleichbarer konventioneller Antrieb kaufen.
In Deutschland wird nur danach getrachtet, welche Probleme das alles bringen kann, womit man sich selbst blockiert. Diese negative Einstellung ist wohl genetisch bedingt. Schlaft weiter und träumt weiter von einer besseren Welt! www.eco-veiculos.com

lowabras

12.10.2011, 18:15 Uhr

Diese Überschrift hat doch die Autolobby vorgegeben! Und der Michel sucht weiter nach Nachteilen!

Heinz

13.10.2011, 09:37 Uhr

Die westlichen Hersteller bilden die Konkurenz von morgen gratis aus, und das nur um sich heute ein paar Marktanteile zu sichern. Sehr weitsichtige Strategie.

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