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07.01.2016

17:15 Uhr

Chinesische Automarke enttäuscht

Chaos bei Qoros

VonLukas Bay

Der chinesische Autobauer Qoros scheitert wieder einmal an den eigenen Ansprüchen. Nun nimmt der nächste Chef nach nur einem Jahr seinen Hut. Verlieren die Investoren die Geduld?

Qoros ließ viele Chinesen vom Aufstieg des Landes zur Automacht träumen. Doch mittlerweile kehrt Ernüchterung ein. Reuters

Geländewagen von Qoros

Qoros ließ viele Chinesen vom Aufstieg des Landes zur Automacht träumen. Doch mittlerweile kehrt Ernüchterung ein.

Der Traum einer chinesischen Automarke mit weltweitem Erfolg scheint wieder einmal ausgeträumt. Nach nur einem Jahr nimmt Phil Murtaugh, der neue Chef des chinesischen Autobauers Qoros, seinen Hut. Die Marke, die mit westlichem Qualitätsanspruch und finanzkräftigen Investoren im Rücken die Autowelt erobern will, wirkt nach dem zweiten Chefwechsel innerhalb weniger Monate nicht sonderlich bedrohlich für die westlichen Konkurrenten.

Mit 14.000 verkauften Fahrzeugen wurde das ausgerufene Ziel von 35.000 Auslieferungen auch im Jahr 2015 deutlich verpasst. Von einigen hunderttausend Autos, von denen man bei der Gründung des Autobauers noch sprach, ist man weit entfernt. Im chinesischen Millionenmarkt ist Qoros nicht mehr als eine Randnotiz. Mit dem Abgang von CEO Phil Murtaugh nach nur einem Jahr strebt die Krise des Autobauers einem neuen Höhepunkt zu.

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Mit großen Ambitionen wurde die chinesische Automarke Qoros vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben. Doch bisher enttäuschen die Chinesen beim Absatz auf ganzer Linie. Ein neuer Chef soll die Wende bringen.

Der erfahrene Automanager sei „aus persönlichen Gründen“ gegangen, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Unternehmens. Doch im Hintergrund scheint es angesichts der mageren Bilanz zu rumoren. „Was gefehlt hat und was unsere Anteilseigner sehen wollten, waren zum einen höhere Verkaufszahlen und zum anderen ein Unternehmen, das nicht einfach nur ein weiterer Autobauer ist, sondern ein einzigartiger Marktteilnehmer“, wird Aufsichtsrat Dan Cohen in der Financial Times zitiert. Nun wünsche man sich einen Chef „mehr vom Typ Silicon Valley“.

Dabei gilt Murtaugh als ausgewiesener Kenner des Marktes. Der ehemalige China-Chef von General Motors war erst vor einem Jahr vom chinesischen Elektroauto-Start-up Coda Automotive abgeworben worden und hatte seinen erfolglosen chinesischen Vorgänger Guo Qian abgelöst. Unter der Führung von Murtaugh wurde das Marketingkonzept überarbeitet und ein neuer SUV mit E-Antrieb vorgestellt.

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