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14.12.2012

13:52 Uhr

Chrysler-Übernahme

Fiat dementiert Berichte über Kapitalerhöhung

Der Fiat-Konzern plant laut Medienberichten die US-Tochter Chrysler komplett zu übernehmen. Doch die Italiener dementieren die Meldung. Für eine Kapitalerhöhung bestehe keine Notwendigkeit.

Fiat soll bei vier Kreditinstituten angeklopft haben, um die ausstehenden 41,5 Prozent an Chrysler übernehmen zu können. Reuters

Fiat soll bei vier Kreditinstituten angeklopft haben, um die ausstehenden 41,5 Prozent an Chrysler übernehmen zu können.

MailandFiat hat einen Medienbericht über angebliche Pläne für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung zur vollständigen Übernahme von Chrysler dementiert. "Fiat erklärt, dass es diesbezüglich kein spezifisches Projekt gibt und ist der Ansicht, dass keine Notwendigkeit für eine Kapitalerhöhung besteht", teilte der Autobauer am Freitag mit. Die Zeitung "Il Messaggero" hatte zuvor ohne Angaben von Quellen berichtet, der Konzern führe mit vier Banken Gespräche über eine Finanzspritze von bis zu zwei Milliarden Euro.

Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte Reuters allerdings, es gebe Verhandlungen mit Kreditinstituten. "Noch ist nichts entschieden, aber das kann sehr schnell kommen", so der Insider. Ein Mandat sei noch nicht vergeben worden. "Il Messaggero" zufolge klopfte Fiat bei UniCredit, Morgan Stanley, Bank of America und Goldman Sachs an, um Möglichkeiten auszuloten.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Fiat-Aktien brachen nach dem Bericht am Freitag um mehr als sechs Prozent ein und wurden wegen der hohen Verluste am Vormittag vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Bis zum frühen Nachmittag reduzierten sich die Verluste auf minus 2,7 Prozent.

Chrysler ist einer UBS-Schätzung von November zufolge zwischen neun und 13,4 Milliarden Dollar wert. Der noch nicht in Fiat-Besitz befindliche Anteil von 41,5 Prozent hätte demnach einen Wert zwischen 4,1 und 5,5 Milliarden Dollar. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne will sich die US-Tochter komplett einverleiben, um den Gewinn zu erhöhen und das schwache Europageschäft auszugleichen. Die Chrysler-Beteiligung hatte die Italiener wegen der robusten Pkw-Nachfrage in den USA vor einem Absturz im dritten Quartal bewahrt.

Von

rtr

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