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03.06.2011

12:19 Uhr

Claassen und Solar Millennium

Aufsichtsräten drohen strafrechtliche Konsequenzen

Nur 74 Arbeitstage war Utz Claassen Chef bei Solar Millennium - dann trennten sich der Ex-EnBW-Chef und die Kraftwerksfirma. Dass Claassen neun Millionen kassierte, sorgt seitdem für Ärger. Jetzt ermitteln Staatsanwälte.

Utz Claassen und Solar Millennium hatten sich bereits in einem Zivilverfahren vor Gericht gestritten. Quelle: dpa

Utz Claassen und Solar Millennium hatten sich bereits in einem Zivilverfahren vor Gericht gestritten.

Wegen Millionenzahlungen an den früheren EnBW-Chef Utz Claassen drohen Aufsichtsräten der Erlanger Kraftwerksfirma Solar Millennium strafrechtliche Konsequenzen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Nürnberg wegen Untreue gegen drei Mitglieder des Kontrollgremiums. Die Behörde bestätigte auf dapd-Nachfrage Vorermittlungen.

Zugleich zitierte die Zeitung aus einem bislang unter Verschluss gehaltenen, internen Untersuchungsbericht von Solar Millennium, in dem der Aufsichtsrat schwer belastet werde. In der Expertise sei von einem „gravierenden aktienrechtlichen Verstoß“ die Rede. Dieser sei womöglich als Untreue „in einem besonders schweren Fall“ zu werten.

Dabei gehe es um eine Zusatzvereinbarung mit Claassen über dessen ursprünglichen Arbeitsvertrag mit Solar Millennium hinaus. Dessen Gehalt und damit verbundene Rückzahlungsregelungen bei vorzeitigem Ausscheiden würden in dem Untersuchungsbericht als „grenzwertig“ bezeichnet, schreibt die Zeitung weiter.

Claassen war von 1. Januar bis 15. März 2010 Vorstandsvorsitzender bei Solar Millennium. Nachdem sich die Firma und Claassen nach nur 74 Arbeitstagen im Unfrieden trennten, kassierte der Top-Manager neun Millionen Euro. Inzwischen hat er Solar Millennium auf die Zahlung einer Abfindung von 7,1 Millionen Euro verklagt.

Von

dapd

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