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27.07.2017

07:46 Uhr

Clariant

Chemiekonzern steigert Halbjahresgewinn um ein Fünftel

Der Chemiekonzern Clariant hat im ersten Halbjahr seinen Gewinn um ein Fünftel steigern können - und rechnet mit einem weitern Umsatzwachstum. Die geplante Fusion mit US-Wettbewerber Huntsman ist bereits auf Kurs.

Mittelfristig peilt der Baseler Konzern eine bereinigte Ebitda-Marge von 16 bis 19 Prozent an. Reuters

Clariant

Mittelfristig peilt der Baseler Konzern eine bereinigte Ebitda-Marge von 16 bis 19 Prozent an.

ZürichDer vor einer Milliardenfusion stehende Schweizer Chemiekonzern Clariant hat im ersten Halbjahr 2017 mehr verdient. Der Gewinn des Basler Unternehmens stieg dank der Erholung in der Division Catalysis und tieferen Finanzierungskosten um 20 Prozent auf 153 Millionen Franken, wie Clariant am Donnerstag mitteilte.

Vor Jahresfrist hatten Sonderkosten wie etwa für die Verlagerung von Teilen der Produktion den Überschuss geschmälert. Der Umsatz zog um neun Prozent auf 3,13 Milliarden Franken an und erfüllte damit die Analystenerwartungen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Der Konzern bestätigte den Ausblick. So rechnet das Unternehmen im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen und einer Verbesserung der operativen Rendite (Ebitda vor Einmaleffekten). Mittelfristig peilt Clariant weiter eine bereinigte Ebitda-Marge von 16 bis 19 Prozent an.

Clariant hatte im Mai einen Zusammenschluss mit dem US-Wettbewerber Huntsman angekündigt. Allerdings will der aktivistische Investor White Tale, der inzwischen eine Beteiligung von über zehn Prozent an den Schweizer aufgebaut hat, die Transaktion vereiteln. Am Donnerstag erklärte Clariant, die Fusion sei auf Kurs und solle wie geplant Ende 2017 oder Anfang 2018 abgeschlossen werden.

Von

rtr

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