Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.06.2013

17:42 Uhr

CO2-Ausstoß

Autobauer schießen sich auf schärfere EU-Abgasvorgaben ein

Wie umweltfreundlich kann Autofahren werden? Ab 2020 gelten in der EU neue Abgasvorgaben. Den deutschen Autoherstellen geht das zu weit. Greenpeace geißelt den Kompromiss als „Ärgernis“.

BMW, Daimler und Audi sind von den schärferen CO2-Vorschriften besonders betroffen, da ihre hochmotorisierten Geländewagen, Limousinen und Sportwagen im Schnitt mehr verbrauchen als die überwiegend kleineren Wagen, die die französischen oder italienischen Autobauer herstellen. ap

BMW, Daimler und Audi sind von den schärferen CO2-Vorschriften besonders betroffen, da ihre hochmotorisierten Geländewagen, Limousinen und Sportwagen im Schnitt mehr verbrauchen als die überwiegend kleineren Wagen, die die französischen oder italienischen Autobauer herstellen.

Brüssel/BerlinDen deutschen Autoherstellern sind die neuen Abgasvorschriften der EU ein Dorn im Auge - sie fürchten um ihre Gewinne und Jobs. Der deutsche Branchenverband VDA kritisiert den ab 2020 geltenden Grenzwert scharf: Die EU habe offenbar nicht begriffen, dass die krisengeschüttelte Autobranche keine weiteren Belastungen verkraften könne, monierte Verbandschef Matthias Wissmann am Dienstag.

Neue Techniken zur Abgasminderung kosten viel Geld und rentieren sich für die Autobauer nicht, solange die Kundschaft nicht zugreift. Enttäuscht von dem Kompromiss zeigten sich auch Umweltschützer - ihnen ist der Grenzwert allerdings immer noch zu hoch.

Die Unterhändler der EU-Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments hatten sich am Montagabend darauf verständigt, das Limit für den CO2-Ausstoß für Neuwagen von 2015 bis 2020 von 130 Gramm je Kilometer im Schnitt auf 95 Gramm zu senken.

Dabei sollen die Hersteller eine Art Rabatt auf besonders emissionsarme Elektroautos und Hybridfahrzeuge bekommen: Diese können der Vereinbarung zufolge im Jahr 2020 bei der Ermittlung der Flottenwerte doppelt gezählt werden, bis 2023 sinkt der Anrechnungsfaktor auf eins.

Für die Mehrfach-Anrechung von Elektroautos hatte vor allem Deutschland gestritten. Die Bundesregierung hatte sich im Sinne der deutschen Autoindustrie für einen Anrechnungsfaktor von 3,5 eingesetzt, der bereits ab 2016 gelten und bis 2020 auf 1,5 sinken sollte. Damit sollte auch ein Anreiz gesetzt werden, um die bis dahin angestrebte Zahl von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu erreichen.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Wolfsfreund

25.06.2013, 18:56 Uhr

"Keiner der deutschen Oberklassehersteller wollte sich zu den neuen Klimaschutz-Vorgaben äußern. Daimler, BMW und Audi sind von den schärferen CO2-Vorschriften besonders betroffen, da ihre hochmotorisierten Geländewagen, Limousinen und Sportwagen im Schnitt mehr verbrauchen als die überwiegend kleineren Wagen, die die französischen oder italienischen Autobauer herstellen. "Das ist ein Sieg der Südeuropäer", hieß es bei einem deutschen Autobauer."
------------------------
Die ganze südeuropäisch dominierte EU ist ein Sieg für die Südeuropäer. Irgendwie muß doch die deutsche Industrie, die nun einmal erheblich höherwertigere Güter herstellt, kleinzukriegen sein.

Mark

25.06.2013, 19:18 Uhr

Ihr seid längst aufgeflogen das ist kein Kavaliersdelikt mehr.

Kamich

26.06.2013, 02:19 Uhr

Zit: "...mehr verbrauchen als die überwiegend kleineren Wagen, die die französischen oder italienischen Autobauer herstellen. "Das ist ein Sieg der Südeuropäer", hieß es bei einem deutschen Autobauer." Solch einen "Sieg" nennt man einen Pyrrhus-Sieg : noch so einen Sieg und die Erbauer der billigen Kleinwagen sind endgültig erledigt. Wann begreift man endlich, dass der Reiz beim Autofahren nicht in der Ökonomie liegt sondern in feeling. Es ist völlig egal ob da sparsam, ökologisch oder verantwortungsbewusst gefahren werden könnte. Entscheident ist : wer kann es sich leisten ? Sparen sollen die Armen. In der Masse verbessert sich dann die Bilanz. Was Andere einsparen, können die, die nicht sparen müssen, raushauen ohne Rücksicht auf irgendwen. Es gibt so viele Millionäre weltweit, auch gutverdienende Firmen, die noble Firmenwagen anschaffen (und von der Steuer absetzen). Das ist der lukrative Markt, und wer Erfolg hat, hat recht ! Auch die Börsen zeigen es an, zurzeit ... .

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×