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16.02.2017

10:02 Uhr

CO2-Ausstoß

Warum Geländewagen zum Klimakiller werden

VonLukas Bay

Der Autoindustrie fällt es immer schwerer, den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge zu senken, zeigt eine exklusive Studie des Center of Automotive Management. Der Trend zum Geländewagen beschleunigt den Klimawandel.

Der GLE 450 AMG von Daimler kommt auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 199 Gramm – mehr als der durchschnittliche Porsche. AFP; Files; Francois Guillot

CO2-Monster

Der GLE 450 AMG von Daimler kommt auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 199 Gramm – mehr als der durchschnittliche Porsche.

DüsseldorfEs gab Zeiten, in denen der Gewinn von Daimler vor allem vom Erfolg der S-Klasse abhing. Je neuer das Spitzenmodell, desto höher fiel der Gewinn der Premiummarke aus. Mittlerweile haben die Schwaben aber eine weitere Goldgrube gefunden. Geländewagen wie der bullige GLE verkaufen sich blendend. Jedes dritte verkaufte Fahrzeug der Schwaben ist derzeit ein SUV.

Das macht sich auch in der Flottenbilanz von Daimler bemerkbar. Erstmals seit 2009 ist der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Konzernfahrzeuge gestiegen. Mit rund 132 Gramm CO2 pro Kilometer liegt man deutlich über dem 95-Gramm-Ziel, das ab dem Jahr 2021 gelten soll.

Damit schneidet Daimler besonders schlecht ab, ist aber in der Branche bei weitem nicht alleine. Insgesamt konnte die Industrie den durchschnittlichen CO2-Ausstoß im Referenzmarkt Deutschland im vergangenen Jahr nur um 1,1 Prozent auf 127,4 Gramm senken, zeigt eine neue Studie des Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach. Geringer war der Rückgang seit sechs Jahren nicht mehr.

CO2-Werte der Volumenhersteller

Platz 9

Fiat - 137,9 Gramm CO2 pro Kilometer (-3,7 Gramm im Vergleich zum Vorjahr)*

Die Italiener sehen im Branchenvergleich am schlechtesten aus. Das liegt vor allem am geringen Anteil alternativer Antriebe und vielen Wohnmobilen.

*Quelle: Center of Automotive Management (CAM), Stand: 01/2017

Platz 8

Kia - 134,9 Gramm CO2 pro Kilometer (+3,8 Gramm im Vergleich zum Vorjahr)*

Die Koreaner haben mehr Exemplare des SUVs Sportage verkauft. Darüber hinaus ist der Anteil der Verkäufe des sparsamen Soul gesunken. Damit steigt der Flottenschnitt deutlicher als bei allen anderen Volumenherstellern.

Platz 7

Hyundai - 130,1 Gramm CO2 pro Kilometer (-2,5 Gramm im Vergleich zum Vorjahr)*

Auch die koreanische Schwestermarke bewegt sich über dem Industrieschnitt. Im neuen Jahr wollen die Koreaner aber unter anderem den hybriden Ioniq auf den Markt bringen, um den Schnitt wieder zu senken.

Platz 6

Ford - 128,5 Gramm CO2 pro Kilometer (+3,5 Gramm im Vergleich zum Vorjahr)

Die wachsenden Zahl der verkauften SUVs beschert den Kölner zwar einen Milliardengewinn. Doch der Flottenschnitt steigt im Jahresvergleich deutlich an.

Platz 5

Opel - 128 Gramm CO2 pro Kilometer (-3,7 Gramm im Vergleich zum Vorjahr)

Die Rüsselsheimer haben eine junge Modellpalette und wenige SUVs. Obwohl sie den CO2-Ausstoß damit deutlich senken, liegen sie allerdings noch leicht über dem Schnitt der Industrie.

Platz 4

Volkswagen - 123,6 Gramm CO2 pro Kilometer (-1,6 Gramm im Vergleich zum Vorjahr)

Die Wolfsburger traten die Diskussion um den Diesel los. Doch im CO2-Branchenvergleich schneiden sie gut ab - und verpassen das Treppchen nur knapp.

Platz 3

Renault/Dacia - 115,4 Gramm CO2 pro Kilometer (-2,7 Gramm im Vergleich zum Vorjahr)

Die Franzosen und ihre rumänische Billigmarke können ihren Flottenschnitt weiter senken. In Deutschland ist der Konzern bislang Marktführer bei Elektroautos.

Platz 2

Toyota/Lexus - 107,9 Gramm CO2 pro Kilometer (-7,4 Gramm im Vergleich zum Vorjahr)

Dem Prius sei dank. Mit viel Hybrid-Technologie können die Japaner ihren Flottenschnitt deutlich senken. Besser ist nur eine Marke.

Platz 1

PSA (Peugeot-Citroën) - 105,8 Gramm CO2 pro Kilometer (-3,7 Gramm im Vergleich zum Vorjahr)

Die Franzosen landen dank vieler Kleinwagen und sparsamer Motoren im CO2-Vergleich ganz oben auf dem Treppchen. Sie bewegen sich damit heute schon nahe dem Ziel vom 95 Gramm.

Neben dem SUV-Trend gibt es weitere Gründe für den geringen Abfall der Emissionen. Seit der Betrug von Volkswagen aufgedeckt worden ist, sinkt der Anteil der verkauften Diesel-Fahrzeuge. Ein Selbstzünder stößt im Schnitt 15 bis 20 Prozent weniger CO2 aus als ein Benziner. Allerdings stößt er ohne eine teure Abgasreinigung auch giftiges Stickoxid aus. Gerade diese Abgasreinigung macht den Diesel in niedrigen Fahrzeugklassen mittlerweile zu teuer. In Deutschland sank der Marktanteil zuletzt um zwei Prozentpunkte auf 46 Prozent. „Der Höhepunkt des Dieselmotors als Antriebstechnologie scheint im globalen Maßstab bereits überschritten“´, heißt es in der Studie.

Darüber hinaus erreichen alternative Antriebe noch keine marktrelevanten Verkaufszahlen und tragen daher kaum zum Flottenschnitt bei. „Die insgesamt ernüchternde CO2-Bilanz ist auch auf die mangelnde Akzeptanz der Elektromobilität zurückzuführen“, sagt Stefan Bratzel, Leiter des CAM.

Zwischen den Herstellern gibt es aus Bratzels Sicht ohnehin große Unterschiede. „Eine unterdurchschnittliche CO2-Bilanz deutet auf einen im Wettbewerbsvergleich ungünstigen Produktmix, sowie Defizite im Bereich effizienter Antriebe und Leichtbau hin“, sagt er. Kurzum: Es gibt Hersteller, die den Umweltschutz bislang vernachlässigen.

Kommentare (31)

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Herr Max Marx

13.02.2017, 12:22 Uhr

“Der Trend zum SUV beschleunigt den Klimawandel“ .... selten so einen Müll gelesen.
China Fabriken sind die signifikanten Beschleuniger u. der Schadstoff Ausstoß von Kühen. Dagegen sind alle SUV pillepalle!!!

Account gelöscht!

13.02.2017, 12:28 Uhr

1. CO2 ist KEIN Klimakiller!
2. Das Klima kann gar nicht "gekillt" werden, da das Klima ein Statistischer Wert ist.
3. Eine CO2 freie Gesellschaft/Natur zum Aussterben des Leben und damit der Menschen führt.
4. Eine CO2 freie Volkswirtschaft nicht Wohlstand sondern Mangel und Armut bedeutet.
5. Das Leben in der Moderne OHNE CO2 NICHT MÖGLICH IST!

Herr Franz Paul

13.02.2017, 12:29 Uhr

Und wer denkt an die vielen Schifflein, die mit Schweröl fahren?
Der Strassenverkehr trägt nur einen winzgen Bruchteil zum vermuteten menschgemachten "Klimawandel" bei. Und ist schon jemand aufgefallen, dass es noch vor ein paar Jahren immer hieß, "globale Erwärmung"? Da die nicht mehr stattfindet, nennt man es halt "Klimawandel", das zieht immer.

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