Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.04.2012

20:15 Uhr

Coca-Cola

Getränke mit Chlorwasser abgefüllt

Falsch montierte Leitungen an einer Coca-Cola-Abfüllanlage haben dazu geführt, dass in China Getränke mit Spülwasser statt frischem Wasser abgefüllt wurden.

Coca-Cola-Flaschen in einem Geschäft in Peking. AFP

Coca-Cola-Flaschen in einem Geschäft in Peking.

SchanghaiIn China ist in einer Abfüllanlage des US-Getränkeherstellers Coca Cola Chlor in die Produkte gelangt. Wie das Gesundheitsamt der nördlichen Provinz Shanxi am Montag mitteilte, hätten dies Produkttests, Inspektionen und Befragungen der Arbeiter bestätigt. Eine Sprecherin von Coca-Cola Deutschland erklärte, es sei versehentlich zur Reinigung der Verpackungen benutztes Wasser in die Getränke gelangt.

Nach Angaben der Sprecherin führte ein Fehler beim Umbau des Leitungssystems in der Abfüllanlage dazu, dass das für die Reinigung der Verpackungen bestimmte Wasser für die Getränkeproduktion verwendet wurde. Das Unternehmen versicherte aber, dass die Chlor-Werte unterhalb der gültigen Grenzwerte lagen. Die Produktion sei vorübergehend gestoppt worden. Wasser wird oft mit etwas Chlor versetzt, um Bakterien abzutöten. Zuviel Chlor aber kann gesundheitsschädlich sein.

China wird seit Jahren immer wieder von Lebensmittelskandalen erschüttert. 2008 war Milchpulver auf den Markt gekommen, in das die gesundheitsschädliche Chemikalie Melamin gemischt worden war, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Sechs Kinder starben, fast 300.000 Kinder mussten wegen schwerer Nierenleiden behandelt werden. Die Regierung kündigte daraufhin ein strenges Vorgehen gegen das Verunreinigen von Lebensmitteln an. Bei besonders schweren Vergehen können Verantwortliche sogar mit dem Tod bestraft werden.

Allerdings gab es in China auch nach dem Milchpulverskandal immer wieder Fälle von verseuchten Lebensmitteln. So wurden mit Schwermetallen belastete Reiskörner entdeckt, mit krebserregenden Nitraten verseuchte Bohnensprossen, chemisch gefärbte Brötchen, Schweinefleisch mit Anabolika-Rückständen oder mit einer so hohen Bakterienkonzentration, dass das Fleisch im Dunkeln buchstäblich leuchtete.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×