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12.01.2014

17:29 Uhr

Continental-Chef

„Deutschland fehlt Aufbruchsstimmung“

ExklusivDer Continental-Chef Elmar Degenhart vermisst in Deutschland die Aufbruchsstimmung der 60er-Jahre. „Wir ruhen uns zu gern auf den Erfolgen der Vergangenheit aus“, sagt er. Und die Politik helfe derzeit nicht sonderlich.

Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender der Continental AG: „Wir leben davon, innovativ und wettbewerbsfähig zu sein.“ dpa

Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender der Continental AG: „Wir leben davon, innovativ und wettbewerbsfähig zu sein.“

DüsseldorfDer Chef des Dax-Konzerns Continental befürchtet, dass Deutschland zu bequem wird. „In der Breite fehlt uns eine Aufbruchsstimmung, wie sie vor allem in den 1960er-Jahren herrschte“, sagte Elmar Degenhart in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Uns geht es sehr gut im Vergleich zu anderen, aber wir ruhen uns zu gern auf den Erfolgen der Vergangenheit aus.“

Die Gefahr ist aus Sicht des Topmanagers groß, das oft sehr hart Erarbeitete als „allzu selbstverständlich“ zu nehmen. Eine Verbesserung durch die neue Bundesregierung sieht er „nach dem ersten Eindruck nicht“. Das neue Regierungsprogramm erzeuge jedenfalls keine Aufbruchsstimmung, besonders in der Wirtschaft. „Wir leben davon, innovativ und wettbewerbsfähig zu sein. Dabei hilft uns die Politik derzeit nicht sonderlich“, kritisiert Degenhart. „Die Lohnstückkosten sind wieder deutlich gestiegen, die Agenda 2010 wird zusehends verwässert. Instrumente wie Mindestlohn und EEG-Umlage sorgen zudem für eine noch stärkere Regulierung.“

Die größten Reifenhersteller der Welt

Platz 12

Toyo Tire & Rubber (Japan) - 3 Milliarden Dollar

Rangliste nach Umsatz im Finanzjahr 2014, Quelle: Statista/Modern Tire Dealer

Platz 11

Kumho Tire (Südkorea) - 3,3 Milliarden Dollar

Platz 10

Cooper Tire & Rubber (USA) - 3,5 Milliarden Dollar

Platz 9

Cheng Shin Rubber (Taiwan) - 4,3 Milliarden Dollar

Platz 8

Yokohama Rubber (Japan) - 4,8 Milliarden Dollar

Platz 7

Hankook Tire (Südkorea) - 6,4 Milliarden Dollar

Platz 6

Sumutimo Rubber (Japan) - 6,9 Milliarden Dollar

Platz 5

Pirelli (Italien) - 8 Milliarden Dollar

Platz 4

Continental (Deutschland) - 12,9 Milliarden Dollar

Platz 3

Goodyear Tire (USA) - 17,8 Milliarden Dollar

Platz 2

Michelin (Frankreich) - 24,4 Milliarden Dollar

Platz 1

Bridgestone (Japan) - 29,3 Milliarden Dollar

Geschäftlich läuft es dagegen gut für den Autozulieferer und Reifenhersteller aus Hannover. „Das vierte Quartal entsprach unseren Erwartungen. Damit erreichen wir unsere Ziele von bis zu 33,5 Milliarden Euro an Umsatz und mindestens 10,5 Prozent bereinigte Ebit-Marge“, sage Degenhart. Das sei angesichts der teils schwierigen Umstände „ein schöner Erfolg“.

Die Hauptversammlung am 26. April entscheidet über die Dividende für 2013. „Auf jeden Fall können die Aktionäre mit einer Dividende rechnen, die im Rahmen unserer Ausschüttungsquote der vergangenen Jahre liegt, also zwischen 15 bis 30 Prozent des Konzernnettogewinns“, kündigte der Conti-Chef im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

Das Autojahr 2014 sieht er vor dem Start der US-Branchenmesse in Detroit an diesem Montag „insgesamt positiv. Das Wachstum in Asien gehe weiter. Auch Nordamerika habe das Potenzial, weiter zu wachsen, so Degenhart. In Bezug auf den 2013 geschrumpften europäischen Automarkt bleibt er zurückhaltend: „Ich gehe davon aus, dass es zumindest nicht mehr schlimmer wird. Aber wie stark ein mögliches Wachstum ausfällt, wagen wir erst nach dem ersten Quartal zu sagen.“

Von

mcs

Kommentare (20)

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goldeneye

13.01.2014, 08:00 Uhr

Wo er Recht hat, da hat er Recht. Es dümpelt doch überall dahin. Da ist einfach kein Mumm mehr dahinter.

Account gelöscht!

13.01.2014, 08:08 Uhr

Wieso das denn, Dobrindt will doch Weltspitze werden.
Nur den Pfeil hat man schon lange stumpf gemacht.

Unternehmer in Deutschland: Pleite, tot für immer.
Unternehmer z. B. in den USA: Gut gemacht Junge, jetzt biste erst ein richtiger Unternehmer, weiter machen.

Account gelöscht!

13.01.2014, 08:09 Uhr

„Deutschland fehlt Aufbruchsstimmung“ und wer trägt die Schuld an dieser beängstigenden Situation?
Ich denke jeder weiß es, natürlich nur der Bürger, ha, ha.

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